Großenwiehe : Blühende Landschaften für die Artenvielfalt

Wiebke Schoenberg  (v.l.), Sigrid Petersen und Pastorin Iris Rönndahl begutachten die Wiese, auf der künftig nicht nur Löwenzahn blühen soll.
Wiebke Schoenberg (v.l.), Sigrid Petersen und Pastorin Iris Rönndahl begutachten die Wiese, auf der künftig nicht nur Löwenzahn blühen soll.

Die Kirchengemeinde Großenwiehe will Flächen rund um den Friedhof umweltfreundlicher gestalten und so helfen, die Artenvielfalt von Insekten und Feldvögeln zu erhöhen.

shz.de von
07. Mai 2018, 12:30 Uhr

Großenwiehe | „Schleswig-Holstein blüht auf“. Bei dieser Initiative des Umweltministeriums und des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) konnten sich Kommunen, Landwirte und Unternehmen um kostenlose Blütensaat bewerben, um Koppeln und Äcker in Blumenwiesen zu verwandeln. „Da die Anfragen auch nach Bewerbungsschluss nicht abbrachen, haben wir das Thema von unserer Homepage genommen“, erläutert Wiebke Schoenberg, die für den DVL die Anträge auf Förderwürdigkeit prüft. Weil die Resonanz enorm war, wurden die Fördermittel von 100 000 auf 160 000 Euro erhöht. Neben Schafflund und Wallsbüll ist auch Großenwiehe dabei, dort will die Kirchengemeinde eine Fläche von mehr als 3000 und eine von 200 Quadratmetern auf und am Friedhof umgestalten.

„Wir möchten diese Flächen, die im Moment nicht gebraucht werden, schöner gestalten und dabei etwas für den Naturschutz tun“, sagt Initiatorin Sigrid Petersen vom Kirchengemeinderat. Wie in anderen Gemeinden auch werden derzeit in Großenwiehe nicht mehr so große Friedhofsflächen benötigt, da platzsparende Urnengräber immer stärker nachgefragt werden.

Da landwirtschaftliche Monokulturen das Landschaftsbild immer stärker prägen, sollen vermehrt Blühflächen dafür sorgen, die Artenvielfalt von Insekten und Feldvögeln zu stärken. Man kann davon ausgehen, dass etwa 140 Kommunen und genauso viele Landwirte in den Genuss dieser Förderung kommen.
„Es beginnt bei kleinen Flächen von 1000 Quadratmetern und geht bis zu fünf Hektar“, erklärt Schoenberg. Sie versucht, für die jeweiligen Standorte individuell geeignete Saatmischungen bereit zu stellen. Ihr Grundsatz: „Wir haben einen breiten Ansatz mit Wildpflanzen für eine große Anzahl verschiedener Insekten.“ Ihr Kollege Jörg Bargmann ergänzt: „Blütenwiesen für Insekten sehen nicht unbedingt spektakulär aus. Man soll kleine Blüten nicht unterschätzen.“

Für das Vorhaben in Großenwiehe gibt es wohl grünes Licht. Der Boden muss vorbereitet werden, die Aussaat der mehrjährigen Pflanzen erfolgt idealerweise im August. Die Pflege in den nächsten Jahren muss sehr fachmännisch erfolgen, wenn die Wiese längerfristig erhalten bleiben soll.

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