Serie: Wo Flensburg (noch) grün ist : Blühende Förde

Reges Leben unter Wasser: Seegras bietet vielen Tieren, wie Miesmuscheln eine Heimat.  Fotos: Thomas Raake
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Reges Leben unter Wasser: Seegras bietet vielen Tieren, wie Miesmuscheln eine Heimat. Fotos: Thomas Raake

Seegraspflanzen bieten vielen Lebewesen eine Heimat – und werden oft übersehen

shz.de von
13. August 2018, 06:32 Uhr

Vielen ist bekannt, dass Flensburg eine Vielzahl an Grünflächen an Land zu bieten hat. Aber auch unter Wasser lässt sich einiges entdecken. „Das Tor zu den Unterwassergärten muss man öffnen“, so der Flensburger Fotograf und Taucher Thomas Raake.

Er ist schon seit langem fasziniert von Seegrasgärten. Fälschlicherweise wird diese Pflanze von vielen Strandbesuchern mit Algen verwechselt, wenn sie als dunkelbraune Masse an den Strand gespült wird. Dabei handelt es sich lediglich um den abgestorbenen Teil des Grases.

Seegras ist die einzige blühende Pflanze auf dem von ihr bevorzugtem sandigen und schlammigen Meeresgrund. Die grünen Wiesen lassen sich in einer Tiefe von bis zu fünf Metern finden und können eine Länge von bis zu 1,50 Metern erreichen.

Mit Leidenschaft fotografiert und erkundet Thomas Raake die dort vorhandene Vielfalt an Leben. Aus Interesse an der Technik des Tauchens machte Thomas Raake seinen Tauchschein und blieb dabei. „Es ist faszinierend, weil es Natur ist.“ Raake wollte seine Eindrücke für andere zugänglich machen. Sein Beruf als Fotograf bot sich dafür an.

Auch für ein geschultes Auge ist es schwer, die vielen kleinen Details wahrzunehmen, erläutert der Profi. Ein gutes Auge sei demnach wichtig, um das Leben im Gras wahrzunehmen.

Die Seegraswiesen stellen die Kinderstuben des Lebens unter Wasser da und bieten unter anderem Platz für junge Seesterne, Miesmuscheln, Schnecken und Fische. Auch als Versteck vor Feinden dient das Gras den Tieren als Schutz, wie der Seenadel. Das mit dem Seepferdchen verwandte Tier ist vom Seegras kaum zu unterscheiden.

Die in den Seegraswiesen heranwachsenden Miesmuscheln filtern das Wasser und tragen so zu einem gesunden Ökosystem bei. „Es ist wichtig, dass mehr Respekt für diesen Lebensraum entwickelt wird“, betont Raake, „denn jedes Tier ist Teil einer Kette. „Deshalb hält der passionierte Taucher Raake Vorträge, in denen er den Zuhörern diese schützenswerte Unterwasserwelt näher bringt, denn „beim Tauchen merke ich, dass es mit den Unterwasserpflanzen eher weniger als mehr wird“.

Zu finden ist das Seegras vor allem auf der dänischen Seite der Förde, aber auch in der Solitüder Bucht lässt sich diese außergewöhnliche Pflanze entdecken. Vorausgesetzt, man nimmt sich Zeit und schaut genau hin, dann kann jeder in diesen besonderen Lebensraum eintauchen.


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