zur Navigation springen

Parkkonzept für Flensburg : Blitzparken für eilige Kunden

vom

Nach immerhin 23 Jahren will sich Flensburg um ein neues Konzept fürs Parken in der Innenstadt kümmern. Denn besonders sonnabends sind die Plätze in der City belegt.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 10:59 Uhr

Flensburg | Die Stadt Flensburg will die Parkflächen und das Parken in der Innenstadt neu gestalten und sortieren. Nach längerer Diskussion hat der Planungsausschuss der Ratsversammlung jetzt die "Leitlinien Parken Innenstadt" verabschiedet, die das 23 Jahre alte städtische Parkraum-Konzept von 1990 ablösen.
Zwar gibt es den Wunsch der SSW-Vertreter im Ausschuss, drei neue Parkhäuser in der Stadt zu bauen, doch die Vermehrung der Parkplätze ist ausdrücklich nicht das Ziel der neuen Leitlinien. Dafür aber die Reduzierung des Autoverkehrs: "Die Leitlinien dienen auch der Verkehrsreduzierung", sagte Chefplaner Peter Schroeders am Dienstag im Ausschuss. "Wir wollen den Modal Split, die Verteilung des Verkehrs auf die verschiedenen Verkehrsarten, verändern und mehr für den Fahrradverkehr tun", betonte Schroeders.

Blitzparken im Kernbereich

In Zukunft soll der gesamte zur Verfügung stehende Parkraum - öffentlich und privat - verschiedenen Nutzergruppen gezielt angeboten und entsprechend beworben werden. Das bedeutet in der Praxis: Die öffentlichen Stellplätze im Kernbereich der Innenstadt sind vor allem den "Blitzparkern" vorbehalten - also Kunden, die in der Regel nur eine schnelle Besorgung machen und entsprechend nah an ihrem Ziel parken wollen. "Wenn wir das nicht anbieten, verlieren wir diese Kundengruppe", mahnte Rainer Schneider vom Büro für Parkkonzepte, Hannover, im Ausschuss. Konsequenz ist eine Begrenzung der Parkdauer auf eine oder sogar nur eine halbe Stunde in diesem Kernbereich. In den angrenzenden Bereichen wird die Dauer auf zwei bis maximal vier Stunden begrenzt.
Wer länger als 1,5 Stunden in der Stadt bleiben will, weil er mehrere Einkäufe tätigen und auch noch ein Café besuchen will, soll nach den Vorstellungen der Stadt eines der Parkhäuser und eine der privat betriebenen Parkflächen aufsuchen. Hier soll die Gebühr dann allerdings niedriger als an den öffentlichen Kurzparkplätzen sein. Schneider: "Wer an einer Parkuhr parkt, muss sich entscheiden, wie lange er bleiben will. Das führt dann häufig dazu, dass die Zeit am Ende knapp wird und der Kunde sein Einkaufserlebnis abbricht. Das ist nicht im Sinne der Innenstadt."

"Der Preis ist nicht so wichtig"

Weitere Punkte in den Leitlinien betreffen das überalterte, abgeschaltete Parkleitsystem, das zu Gunsten neuer Techniken (Internet, Smartphone-Programme) demontiert werden soll. Berufstätigen Pendlern werden keine kostenfreie Plätze im Kernbereich angeboten, Bewohner der Innenstadt sollen aber sehr wohl in Wohnortnähe Stellplätze für ihre Autos finden.
Doch auch die Verlegung von Parkplätzen aus touristisch bedeutsamen Arealen (Schiffbrücke) wird als Ziel formuliert und wurde auch so beschlossen. "Das geht aber nur mit einem neuen Parkhaus", stellte Arne Rüstemeier (CDU) fest.
Die FDP scheiterte mit ihrem Versuch, das Parken in den Parkhäusern der Innenstadt für die ersten Stunde kostenfrei zu machen. "Es gibt keine Beweise dafür, dass die Parkkosten in der Innenstadt die Kunden in die Einkaufszentren am Stadtrand treiben", sagte dazu Chefplaner Schroeders. "Der Preis ist nicht so wichtig", ergänzte Fachmann Rainer Schneider, "sondern die Nähe!"

Parken in Flensburgs Innenstadt
- Gesamtzahl sämtlicher in der Innenstadt (Neustadt bis Helenenallee) vorhandener Parkplätze: ca. 13.000
- davon ca. 50 Prozent öffentlich zugänglich
- Parkplätze im Kernbereich der Innenstadt für Kunden und Besucher: ca. 4100
- davon öffentlich: ca. 900
- davon privat bewirtschaftet: ca. 3200
- private Stellplätze, die zum Teil auch Kunden zur Verfügung stehen: ca. 3000
- max. Auslastung: 50 bis 70 Prozent
- sonnabends 11-13 Uhr: 100 Prozent
- Anwohnerparken: Duburg (D), Stadtpark Ost (SO), Stadtpark Nord (SN), Altstadt Nord (SN), St. Johannis (J), Achter de Möhl (M).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen