Unwetter in Angeln : Blitz schlägt ein - zehn Kühe tot

Traute Clausen vergewissert sich, dass die zehn Tiere tot sind. Foto: Privat
Traute Clausen vergewissert sich, dass die zehn Tiere tot sind. Foto: Privat

Tragödie in Angeln: Bei einem Unwetter starben zehn Rinder auf einer Koppel. Die Züchter Traute und Kurt Clausen haben zwei Drittel ihrer Aberdeen-Angus-Muttertiere verloren.

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26. Juni 2013, 04:27 Uhr

Mittelangeln | Schwarz drohend zog die Gewitterwand in der vergangenen Woche mit lautem Grollen auf Mittelangeln zu. Traute Clausen hatte einer Tierarzt-Praktikantin gerade die Mutterkuhherden ihrer Deutsch-Angus- und Aberdeen-Angus-Rinder gezeigt, bevor sie ins Haus gingen. 50 Kühe dieser besonderen Fleischrinder weideten auf einer Koppel nahe dem Hof von Traute und Kurt Clausen im Norden der Gemeinde Mittelangeln.
Im Haus warteten die beiden Frauen auf das Ende des Gewitters. Aus dem Dorf hörten sie die Feuersirene. Zwei Kilometer vom Clausen-Hof entfernt hatte der Blitz in ein Reet gedecktes Haus eingeschlagen. Als das Grollen nur noch aus der Ferne zu vernehmen war, machte sich die Züchterin auf den Weg zur Koppel. Die erste Herde graste unbeeindruckt auf der Weide, die zweite Herde zeigte sich schon etwas aufgeregter und als sie bei der dritten Herde ankam, verschlug es ihr die Sprache. Unter einem mächtigen Dornenbusch lagen regungslos zehn Muttertiere - allesamt vom Blitz erschlagen.

"Das ist eine Tragödie"

Für die Züchterin ein furchtbarer Anblick. Zehn ihrer besten Tiere waren mit einem Schlag tot. "Das ist eine Tragödie. So etwas Trauriges habe ich als Rinderzüchterin in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen", sagt Traute Clausen, die "jede der Kühe lieb gewonnen hatte".
Mit viel Hingabe haben sich Traute Clausen und ihr Mann Kurt seit acht Jahren der Zucht von Fleischrindern gewidmet, ihre Milchviehhaltung aufgegeben. Nun endlich begann die Zucht wirtschaftliche Früchte zu tragen. Denn die Aberdeen-Angus-Rinder sind begehrt: Sie werden ohne Hörner geboren, sind sehr vital und haben ein exklusives, wohlschmeckendes Fleisch, wie Traute Clausen erklärt. Hinzu komme, dass diese Rinderrasse sehr umgänglich sei und sie sich als Züchterin in ihrer Herde - auch im Beisein der Bullen - jederzeit aufhalten könne. Von den insgesamt 50 Muttertieren auf dem Hof waren 15 reinrassige rote Aberdeen-Angus-Rinder.

Tote Tiere waren Spitzenzüchtungen

Der wirtschaftliche Verlust ist erheblich, denn die toten Tiere waren Spitzenzüchtungen, die auf Tierschauen in ganz Deutschland vorgestellt worden sind und teilweise auch prämiert wurden. Für Traute Clausen ist der Tod der Kühe aber nicht nur deshalb ein großer Verlust. "Die Rinder waren mir sehr ans Herz gewachsen", sagt sie.
Die Kälber wurden derweil von dem Unglück verschont. Sie liefen zwar noch bei ihren Müttern, wären aber jetzt sowieso getrennt worden, da die hochtragenden Muttertiere im September und Oktober wieder kalben sollten.
Für Traute und Kurt Clausen bedeutet die Tragödie einen züchterischen Neuanfang. Statt Rendite aus dem Zuchterfolg, kommen nun Ausgaben für neue Tiere auf sie zu. Nur Embryonen aus den besten Zuchtbetrieben Kanadas würden die neue Zuchtgrundlage auf dem Hof in Mittelangeln bilden. "Erste Erfolge werden nicht vor fünf Jahren eintreten", lautet ihre Prognose.

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