Bläserchor Handewitt besteht ein halbes Jahrhundert

Nach den Darbietungen des Bläserchores gab es auch in der Kirche viel Beifall.  Foto: ki
Nach den Darbietungen des Bläserchores gab es auch in der Kirche viel Beifall. Foto: ki

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24. Mai 2011, 03:59 Uhr

Handewitt | Als das Glockengeläut der Kirche verstummte, erklangen die Trompeten, Hörner und Posaunen. Natürlich war es der Handewitter Bläserchor, der mit "Preis und Anbetung" den Festgottesdienst eröffnete. Denn diese Gruppe von 28 Musikern stand im Mittelpunkt der kirchlichen Veranstaltung; sie feierte ihr 50-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Handewitter Festwoche hatte es am Tag zuvor ein Konzert im Freizeitheim Weding gegeben - mit Anleihen aus der Kirchenmusik, Klassik, Volksmusik und Swing. Am Sonntag folgte der Gottesdienst in der Handewitter Kirche. "Es ist fast ein Wunder, dass sich Menschen ein halbes Jahrhundert lang treffen, um Musik zu machen", bemerkte Pastor Hans-Jürgen Friedrichsen.

Am 6. April 1961 gründeten zehn Interessierte den damaligen Posaunenchor. Während Emil Wunderlich die musikalische Leitung übernahm, agierte Pastor Johannes Gerber als erster Vorsitzender. Diese Besetzung war kein Zufall, denn die Bläser waren Bestandteil der Kirchengemeinde und begleiteten ausschließlich Gottesdienste. Das änderte sich 1973, als Jens-Hinrich Pörksen das Konzept "Musik für Kirche und Dorf" umsetzte. "Wir haben den Chor geöffnet, ihn vergrößert", erinnerte der ehemalige Handewitter Pastor, der zum Jubiläum die Predigt hielt. "Ab da wurden auch Märsche geblasen." Weitere Fortschritte erreichte der fast 25 Jahre amtierende Chorleiter Dr. Ingo Schultz, der viel Wert auf das "saubere Blasen" legte, wie Jens-Hinrich Pörksen anmerkte. "Damit wir keine schrägen Klänge mehr in der Kirche hören mussten."

Heute hat der Handewitter Bläserchor rund 80 Auftritte im Jahr - sei es als Ständchen an hohen Geburtstagen, zum Auftakt eines Maibaumfestes oder als Begleitung bei Laternenumzügen und natürlich Gottesdiensten. "Was wäre die Kirche ohne Musik?", fragte Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen und lobte das ehrenamtliche Engagement.

Die treibenden Kräfte sind heute die fast seit zwei Dekaden wirkende Vorsitzende Irmgard Kroll und Bruno Lorenzen, der seit März zum dritten Mal in der Geschichte des Bläserchors als kommissarischer Chorleiter fungiert. Er gab auch den Takt vor beim abschließenden "What a Wonderful World". Als die letzte Note gespielt war, brandete Applaus auf. Der Bläserchor bedankte sich mit einer "Zugabe" aus dem Swing-Sektor.

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