Eggebek : Bildungshaus mit Leben gefüllt

Architekt Joachim Hansen (l.) übergibt den Schlüssel an Bürgermeister Stefan Andresen.
Architekt Joachim Hansen (l.) übergibt den Schlüssel an Bürgermeister Stefan Andresen.

Das neue Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Nato-Tanklagers Eggebek beherbergt Mieter aus Naturschutz und Landwirtschaft.

shz.de von
11. Juli 2018, 12:00 Uhr

Eggebek | Mit zahlreichen Gästen und reger Beteiligung aus der Öffentlichkeit wurde das Bildungshaus Treenelandschaft an der L 247 zwischen Eggebek und Tarp eingeweiht.

Folgende Institutionen sind dort bereits eingezogen: Das Projekt Blütenmeer 2020 der Stiftung Naturschutz vermehrt vom Aussterben bedrohte regionale Pflanzen, die zum Erhalt der Artenvielfalt ausgesät werden. Im Auftrag des Fördervereins Mittlere Treene betreut zudem Umweltpädagogin Andrea Thomes das Schülerlabor und wird ihre Umweltarbeit mit Kindergärten und Schulen vertiefen. Bunde Wischen richtet einen Hofladen sowie ein Hofcafé ein und bewirtschaftet die 40 Hektar großen Freiflächen des ehemaligen Nato-Tanklagers Tüdal. Auf der Fläche wird die ursprüngliche nährstoffarme Heidelandschaft zurückentwickelt. Beweidet wird diese Heidelandschaft von einer kleinen Herde von White-Park-Rindern, einer ursprünglich aus England stammenden Rasse, von der es weltweit nur noch 400 Tiere gibt. Ferner richtet Bunde Wischen noch einen kleinen Streichelzoo mit Ziegen und Schafen ein, deren Rassen ebenfalls vom Aussterben bedroht sind.

Außerdem beherbergt das Gebäude den landwirtschaftlichen Beratungsring Nord-Ostsee, der rund 320 Landwirte in der Region betreut und bei der Betriebsführung berät.

Sämtliche Redner der Eröffnungsfeier lobten die Gestaltung des 480 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Baus. Die Investition beläuft sich auf rund 1,4 Millionen Euro, davon stammen 750 000 Euro von der EU.

Landrat Wolfgang Buschmann lobte das Projekt als Leuchtturm für Natur und Bildung. Der Kreis habe daher gerne 450 000 Euro Ausgleichsmittel zur ökologischen Aufwertung der Flächen investiert. „Was auf den ersten Blick als Gegensatz wahrgenommen werden könnte, nämlich unter einem Dach die umfangreiche ökologische Zunft gemeinsam mit dem landwirtschaftlichen Beratungsring für die konventionell arbeitende Landwirtschaft, sollte eher als Chance verstanden werden, Landwirtschaft und Erhaltung von Natur und Landschaft durch gegenseitigen Fachaustausch als Einheit zu sehen“, betonte Buschmann.

Walter Hemmerling als Geschäftsführer der privaten Bürgerstiftung Natur im Norden (Nano-Stiftung) dankte der Gemeinde Eggebek für die Beteiligung an dem Gemeinschaftsprojekt. Die Gemeinde ist für 20 Jahre auf Erbpachtbasis Eigentümerin des Bildungshauses. Danach geht es in den Besitz der Stiftung als Grundstückseigentümerin des ehemaligen Tanklagers über.

Thorsten Roos, Geschäftsführer des Fördervereins Mittlere Treene, berichtete von seiner Vision zur Naturschutzarbeit im Treenetal, die er vor über 15 Jahren entwickelt hatte und die zur Gründung des Fördervereins führte: „Mittlerweile ist es gelungen, auf über 600 Hektar Fläche im Treenetal eine ökologische Bewirtschaftung zu sichern. Mit dem Bildungshaus und den dort ansässigen Institutionen werden wir Natur und Bildung langfristig in der Region verknüpfen können, so wie ich mir das ursprünglich vorgestellt habe.“

Als Väter des Erfolgs bezeichnete er den Architekten Joachim Hansen, den Leitenden Verwaltungsbeamten Lars Fischer und Gerd Kämmer von Bunde Wischen sowie die ehemalige Landtagsabgeordnete Frauke Tengler, die ehemalige Amtsvorsteherin Greta Lassen und seine Ehefrau Maike.

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