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Nach Orkan Christian : Bild der Verwüstung im Twedter Feld

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bisher ist erst ein kleiner Teil der Wege von umgestürzten Bäumen geräumt / Laut TBZ soll das Holz überwiegend im Gelände bleiben

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Im Naturschutzgebiet Twedter Feld bietet sich dem Betrachter gut zwei Monate nach dem Orkan Christian immer noch ein Bild der Verwüstung. Weite Teile des Areals im Osten der Stadt sind bis heute nicht begehbar und offiziell gesperrt; entsprechende Schilder wurden an provisorischen Gattern befestigt. Derzeit sind nur die Wegeverbindung Osterallee – Twedter Feld und ein Teilweg Kiefernweg – große Freifläche freigeräumt und gefahrlos zu begehen.

Schon gleich im Eingangsbereich in der Nähe des Reitstalls an der Osterallee fallen die Schäden sofort ins Auge: Überall liegen Bäume flach; sie sind entweder gebrochen oder entwurzelt. Kurz hinter der ersten Weggabelung sind links die Ergebnisse des Motorsägeneinsatzes zu sehen: Die wochenlang quer über den Weg liegenden Bäume wurden entfernt und zersägt. Hier kann man wieder gehen, allerdings nur in Richtung Nordwesten zur Straße Twedter Feld.

Verheerend ist der Eindruck weiter östlich, wenn man an der Weggabelung rechts geht. Hier liegt noch ein von Kletterpflanzen besiedelter Baum quer über den Weg, ein Schild weist auf die Sperrung hin. Nur wenige hundert Meter weiter liegen die Bäume zu Dutzenden, der Wald wurde hier regelrecht ausgelichtet, es ist deutlich mehr Himmel zu sehen als vor dem Sturm. Zwei Bäume ragen diagonal über den Weg und sind im Sturz von starken Ästen eines anderen Baumes aufgefangen wurde; sie können jederzeit herabstürzen, hier droht unmittelbare Gefahr. Überall liegen abgebrochene, umgeknickte, entwurzelte Bäume, ragen Stümpfe in den Himmel.

Auch dem Naturschutzbund (Nabu), der das Twedter Feld betreut, sind die verheerenden Schäden aufgefallen. „Ich vermute, dies hängt damit zusammen, dass das Gebiet recht hoch liegt; Höhen von über 50 Meter über NN werden erreicht“, sagt Rainer Niss vom Nabu. „Gerade in den höher gelegenen Anteilen weist er sandige Böden auf.“ So seien viele Birken betroffen. „Allerdings fielen mir auch viele entwurzelte ältere Buchen und Eichen auf“, bedauert Niss.

„Wann weitere Wege geräumt werden, ist derzeit nicht absehbar“, sagt Ralf Leese vom Technischen Betriebszentrum (TBZ). „Grundsätzlich ist beabsichtigt, die bestehenden Wegeverbindungen unverändert zu nutzen. Lediglich ein kleiner Teilweg (ebenfalls Kiefernweg-Freifläche) könnte wegfallen. Dies wird zur Zeit von der Unteren Naturschutzbehörde geprüft.“ Im schwer zugänglichen inneren Bereich ist ein mit Bohlen befestigter Weg allerdings stark beschädigt worden; hier hat ein fallender Baum mit seinem Wurzelwerk die mit Maschendraht verbundenen Bohlen hochgehoben.

Es ist derzeit nicht geplant, das zersägte Holz zu verwerten. „Das Holz muss aufgrund rechtlicher Regelungen, zum Beispiel der Landesverordnung über das Naturschutzgebiet Twedter Feld, in der Fläche verbleiben“, so Leese. Das ist auch der Wunsch des Nabu, der sich um das Gebiet kümmert. „Gerade das Totholz im Twedter Feld macht seinen besonderen ökologischen Wert aus. Hier sind inzwischen über 800 verschiedene Pilzarten nachgewiesen worden, viele davon sind an Totholz gebunden“, sagt Rainer Niss (Nabu). „Eine Ausnahme ist denkbar, wenn es sich um Holz vom Hauptweg nach Glücksburg handelt. Hier kommt gegebenenfalls eine Vermarktung in Betracht.“ Auch die umgestürzten Bäume sollen vor Ort bleiben und nicht entfernt werden.

 

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