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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 16:23 Uhr

Bezahlbare Kultur für die Region

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ehepaar Carstensen kauft das ehemalige Soldatenheim in Weiche – schon im Frühsommer sollen dort die ersten Konzerte stattfinden

shz.de von
erstellt am 30.Nov.2015 | 13:18 Uhr

Weiche und die Region bekommen ein neues Kulturzentrum. Inge-Marie und Hans-Peter Carstensen möchten sich mit ihrem „C.ulturgut“ einen Herzenswunsch erfüllen.

„Ich habe das Gebäude lange beobachtet, doch ohne Inge-Marie hätte ich das nicht gemacht“, sagt Hans-Peter Carstensen. Gemeint ist das Weiche-Huus, das ehemalige Soldatenheim in Weiche, das seit zwei Jahren leer steht. Gemeint ist auch die Kultur-Begeisterung von Carstensens Ehefrau, die sich unter anderem im Kulturverein Handewitt dafür engagiert, bezahlbare und gute Konzerte auch in der Region möglich zu machen, Nachwuchs-Künstlern ein Podium zu bieten und Menschen dazu zu motivieren, mal wieder eine Kulturveranstaltung zu besuchen. Ergebnis ist der Kauf des Weiche-Huus, von 1800 Quadratmetern auf zwei Ebenen und 6000 Quadratmetern Grundstück, beides nicht gerade in einem vorbildlichen Zustand. „So viele Weicher verbinden so viele schöne Erinnerungen mit diesem Gebäude. Sie haben hier gefeiert, getagt, gekegelt, Konzerte besucht – so etwas muss man doch mit neuem Leben füllen“, sagt Inge-Marie Carstensen.

Erstmals wird dies heute Abend geschehen, im kleinen Kreis. Im für ihn typischen schlichten, aber herzlichen Stil feiert der neue Besitzer im ehemaligen Soldatenheim seinen 63. Geburtstag. Das Gelände und den Restaurant-Saal hat Hans-Peter Carstensen dafür im Groben herrichten lassen – und dabei schon festgestellt, „dass das finanziell ganz schöne Größenordnungen sind“. Allein die Größe des Schlüsselbunds, mit dem der neue Besitzer sein künftiges Veranstaltungszentrum Tür für Tür erkundet, lässt dies schon erahnen.

Ein neuer Name für den Komplex ist bereits gefunden: „C.ulturgut“. Das C. steht dabei für das traditionsreiche Speditionsunternehmen der Familie. „Der Name bedeutet gute Kultur und auch Kultur als Gut, Erbe und Tradition für unsere Region zu erhalten“, erläutert Inge-Marie Carstensen. Es wird also auch mal eine Speeldeel oder ein Shantychor auftreten. Doch das Kulturangebot soll möglichst Facetten reich sein, sich im Kern an die Gruppe 40-plus wenden, aber auch Musik- oder Malkurse für Kinder und Jugendliche sind geplant.

Kleinkunst, Kabarett, Lesungen, Konzerte – „ bei vielen bekannten Künstlern ist der Trend zu beobachten, lieber wieder dichter dran an den Menschen zu sein, vor einem überschaubaren Publikum zu spielen“, sagt die neue Besitzerin. Für den Betrieb und die Intendanz des neuen Kulturzentrums hat das mitten im Berufsleben stehende Ehepaar zwar keine Zeit. „Wir wollen aber das Konzept mitgestalten und leben. Und wir möchten hier viele schöne Abende verbringen“, sagt Hans-Peter Carstensen. Für dieses Ziel ist bereits ein Koordinator eingestellt, der die Bereiche Kulturangebote, Musikschule und Catering/Restauration koordinieren und entwickeln soll. Im Frühsommer sind die ersten Veranstaltungen geplant. „Wir möchten schon Umsatz machen, aber das Kommerzielle steht ganz klar im Hintergrund. Ich sehe unser neues Projekt als Hobby, und dafür muss man immer zahlen“, sagt Hans-Peter Carstensen. Er möchte nicht nur für die Region, sondern auch für das südliche Dänemark ein neues Kulturangebot schaffen. „Damit man nicht für teures Geld erst nach Hamburg oder Kiel fahren muss, um ein schönes Konzert erleben zu können.“ 



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