zur Navigation springen

Franziskus-Hospital : Bewegungsbad wird stillgelegt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine kaputte Filteranlage, weiterer Sanierungsbedarf und das jährliche Defizit sind Gründe für die Schließung des Bades im Franziskus-Hospital

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2015 | 00:35 Uhr

An den Wänden lehnen bunte Requisiten für Wassergymnastik, Fliesen und farbenfrohe Segeltücher an der Decke wirken intakt – allein den beiden Becken fehlt das Wasser. Das hat natürlich einen Grund: Die Filteranlage ist defekt. „Vorübergehend“ geschlossen, stand noch bis vor wenigen Tagen auf dem Hinweisschild am Eingang des Bewegungsbades im St.-Franziskus-Hospital. Doch das Bad wird geschlossen bleiben. Das bestätigt Helmut Andresen, der kaufmännische Direktor des Malteser Krankenhauses.

„Wir machen uns diese Entscheidung nicht einfach“, betont Helmut Andresen und erklärt, dass Auslöser der Schließung zunächst einmal der technische Defekt des Filters gewesen sei. Dieses Problem könnte man mit 20  000 Euro beheben. Doch im Zuge dessen habe man den Sanierungsbedarf feststellen lassen, und dieser belaufe sich auf insgesamt 150  000 Euro, berichtet Andresen, der seit 17 Jahren im St. Franziskus tätig ist. Die Dichtigkeit des Beckens und den Zustand der Rohre nennt er dabei als weitere reparaturbedürftige Schwachstellen. Das jährliche Defizit des Bades beziffert der kaufmännische Direktor mit rund 40  000 Euro. Dieses Defizit und die anstehenden Sanierungskosten zusammengenommen führten zu dem Beschluss der Krankenhausleitung, das Bewegungsbad nicht wieder zu öffnen.

Anfang der 1990er Jahre sei es gebaut worden, weiß Helmut Andresen, damals als Teil der physikalischen Therapie, um Patienten der Unfallchirurgie und der Orthopädie möglichst schnell wieder auf die Beine zu verhelfen. Im Jahr 2006 gingen dann Diako und St. Franziskus den Krankenhausverbund ein, und beide betroffenen Fachrichtungen waren von nun an in der Diako angesiedelt. Seither, sagt Andresen, nutzte „nur ein Bruchteil der 100 stationären geriatrischen Patienten“ das Bad. Die externen Nutzer machten das Gros aus. „Neben Rheuma-Liga und Kneipp-Verein gibt es neun einzelne externe Therapeuten, die in unserem Bewegungsbad Aqua-Gymnastik und Babyschwimmen angeboten haben“, berichtet Krankenhaussprecherin Franziska Mumm. „Die adäquate Behandlung unserer Patienten ist gesichert“, betont sie mit Blick auf fortbestehende Angebote wie Ergo- und Bewegungstherapie.

Andresen zeigt Verständnis für die besonderen Bedürfnisse der Nutzer, weiß, dass etwa für Rheuma-Patienten das warme Wasser im Becken besonders wichtig sei, wie es in öffentlichen Bädern eben nicht gegeben ist. Doch die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser sei nicht so, dass man ein jährliches Defizit in dieser Höhe beiseite stellen könnte, erklärt Helmut Andresen.

Wassertemperatur, Erreichbarkeit, Parkplätze führt Kornelia Schepe als Pluspunkte des Bewegungsbades an, das Mitgliedern wie Nicht-Mitgliedern des Kneippvereins Flensburg seit Jahrzehnten als ein Ort des Wohlfühlens galt. „Die gesundheitsfördernde Bewegung in temperiertem Wasser kann durch kein anderes Verfahren ersetzt werden, so dass seit vielen Jahren alle unsere Kurse Wartelisten haben“, betont die Vorsitzende des Flensburger Vereins. Gerade erst Anfang des Monats habe die Unesco die Kneippsche Wassertherapie als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen