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Niederdeutsche Bühne : Bewegte Bilder und tolle Badeszene bei Mondlicht

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Premiere von „Nu oder nienich – Tied is Geld“ der Niederdeutschen Bühne erzeugt zumeist fröhliche Euphorie im Stadttheater. Die jüngste Produktion bietet zauberhafte Bilder voll geradezu poetischer Sogkraft.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2015 | 12:15 Uhr

Flensburg | Zauberhafte Bilder voll geradezu poetischer Sogkraft, dazu köstlich witzige Momentaufnahmen so richtig zum Genießen – das bietet die jüngste Produktion der Niederdeutschen Bühne Flensburg.

Nach den Motiven des Drehbuchs „Jetzt oder nie – Zeit ist Geld“ von Lars Büchel und Ruth Toma und zur Theaterfassung von Michael Bogdanov schuf NDB-Chef Rolf Petersen die plattdeutsche Übersetzung: Mit der Premiere von „Nu oder nienich – Tied is Geld“ im Stadttheater am Sonntag hat Regisseur Jörg Schade das Stück nach Flensburg geholt.

Das Publikum begeisterte sich für eine sehenswerte, mit 21 Darstellern aufwändige Aufführung. Modern haben Schade und Bühnenbildner Bernd Toelstede den Stoff mit seinen unentwegten Szenenwechseln umgesetzt. Projizierte Fotos, auf halbdunkler Bühne zügig umgebaute Elemente erzeugen Schauplätze.

Schattenbilder, bewegte Illusionen werden zu optischen Highlights: Die „vorbeiziehende“ Straßenfront lässt das Auto „fahren“, das Schiff „schippert“ über die Flensburger Förde. Ein Augenschmaus ist die nächtliche Badeszene bei Mondenschein! Toll gemacht. „Jörg Schade kann das eben“, so ein Lob in der Pause. Trotzdem: Auch schnelle Umbauten erfordern Zeit; da hätte vielleicht gestrafft werden sollen.

Acht Jahre lang sparen die drei älteren Damen Carla (Margarita Rebenstorf), Lilli (Marlis Dittmer-Bodin) und Meta (Doris Müller) auf die Kreuzfahrt, na ja, mit ein bisschen krimineller Energie. Als Bankräuber just ihr Geld klauen, ist der Plan ausgleichender Gerechtigkeit schnell da. Und natürlich geht alles herrlich schief.

Originell ausstaffiert (Kostüme Barbara Büsch) glänzen Werner Hoffmann-Limburg, Bernhard Petersen, Jürgen Bethge, Carsten Henningsen, Christine Hüsch, Jan Pettersen, Bianka Jacobsen, Wolf-Dieter Pencik, Stefan Marxen, Patrick Maczigewski, Dominik Mahnkopf, Rainer Seidel, Hein Nissen, Rudi Grupp, Hilke Rudolph, Jochen Harder, Jürgen Steffen, Uwe Walter.

Heiter witzig losgelegt bremst der inhaltliche Wermutstropfen zum Schluss die fröhliche Euphorie der Komödienstimmung. Intensive Bilder aber, schauspielerische Wucht, unzählige Details, auch der konsequent verfolgte Lebenstraum machen „Nu oder nienich“ zum Theatererlebnis der Marke „Prädikat äußerst wertvoll“.

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