zur Navigation springen

Flensburger Grundschulen : Betreuung: Die Plätze werden knapp

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Schulverwaltung sieht Engpässe – doch der Verein Betreute Grundschule kann den Bedarf für das neue Schuljahr noch nicht ermitteln.

shz.de von
erstellt am 04.Mär.2015 | 08:15 Uhr

Flensburg | Nach Kita- und Krippenplätzen wird in Flensburg auch das Betreuungsangebot an den Grundschulen knapp. An mindestens drei der zehn städtischen Schulen gibt es aktuell Engpässe bei den Plätzen des sogenannten Offenen Ganztags, also der Nachmittagsbetreuung bis meist 16 Uhr. Obwohl derzeit nirgendwo offiziell ein Aufnahmestopp gilt, wissen mehrere Schulen noch nicht, wie viele Betreuungsplätze sie im neuen Schuljahr schaffen müssen. Derzeit besuchen mit mehr als 600 Kindern schon fast 30 Prozent aller Grundschüler den Offenen Ganztag – die Tendenz ist weiter steigend.

Nach Angaben von Rolf Mau aus dem Bildungsbüro gebe es, schon traditionell, weiter Engpässe in der Schule Adelby (gut 100 Plätze), zu deren Einzugsgebiet die Baugebiete im Südosten zählen, in der Hohlwegschule(50 Kinder), aber auch in Friedheim. Die Unesco-Schule in Weiche (aktuell 67 Kinder) hat dagegen ihre Kapazitäten für die Betreuung mehr als verdoppelt. Das war dort möglich, weil Weiche nach dem Auslaufen des Hauptschulzweigs genügend Räumlichkeiten hat. Auch in Adelby soll es nach dem Sommer mehr Platz durch Baumaßnahmen geben.

Nach Tageblatt-Informationen gibt es aber Schulen, wo auf 52 Quadratmetern 50 Schüler untergebracht sind: „Weitere Kinder können nur aufgenommen werden, wenn andere Kinder die Betreuung verlassen“, hieß es jüngst auf einem Elternabend des Vereins Betreute Grundschule, der ehrenamtlich organisiert ist. Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder? Fehlanzeige. „Die Kinder sollten die Möglichkeit haben, bei Müdigkeit, Traurigkeit oder Reizüberflutung sich zurückziehen zu können.“

Problem: Da an der betroffenen Schule kaum Viertklässler betreut werden, also nur wenige Kinder durch Schulwechsel Platz machen, müssen wohl auf jeden Fall zusätzliche Plätze her. Doch dafür mangelt es sowohl an Räumlichkeit als auch am Geld.

Natürlich geht es auch hier ums Geld, berichtet die Flensburger Landtagsabgeordnete Simone Lange. Früher seien den Betreuungskräften auch Vorbereitungsstunden anerkannt worden. Aber da in den Verträgen, die die Stadt mit dem Verein gerade verlängert hat, dies nicht explizit geregelt ist, habe der Bildungsfachbereich der Stadt Vor- und Nachbereitungsstunden gestrichen.

Ratsherr Arne Gräfingschulte, der für die SPD im Bildungsausschuss sitzt, verlangt nun, dass für die Nachmittagsbetreuung an Grundschulen verbindliche Qualitätsstandards definiert werden. Wie viele Kinder sollen pro Gruppe von wie vielen Betreuern begleitet werden? Wie soll Vorbereitungszeit vergütet werden? Oder: Was dürfen Eltern bei Hausaufgabenbetreuung erwarten? Unter den bisherigen Bedingungen kann inhaltliche Betreuung der Hausaufgaben nicht geleistet werden – ein Umstand, der Eltern bei der Anmeldung selten klar ist. Dennoch will die SPD-Fraktion um Gräfingschulte und den Ausschussvorsitzenden Jochen Haut das Betreuungsangebot mit dem ehrenamtlichen Verein unbedingt erhalten.

Zentrales Problem ist derzeit die fehlende Planung für das neue Schuljahr. Obwohl längst alle Erstklässler wissen, wo die nach dem Sommer zur Schule gehen – und damit auch der Bedarf treffsicher ermittelt werden könnte, nimmt der Verein nach Angaben der Schulverwaltung Anmeldungen erst im neuen Schuljahr an. Begründung: Eltern könnten sich ja auch noch kurzfristig entscheiden, ihre Kinder betreuen zu lassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen