Steinbergkirche : Besucherrekord auf dem Scheersberg

Jugendhof-Direktor Karsten Biermann präsentiert das Jahresprogramm für 2018.
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Jugendhof-Direktor Karsten Biermann präsentiert das Jahresprogramm für 2018.

Die Bildungsstätte stößt an ihre Grenzen.

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07. Januar 2018, 13:34 Uhr

Der Höhenflug der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg hat sich im Jahr 2017 fortgesetzt. „Wir stoßen inzwischen an die Grenze unserer Kapazität“, sagt Jugendhof-Direktor Karsten Biermann. Die aktuellen Daten belegen dies: Die Zahl der Übernachtungen und damit der Teilnehmer an Kursen und Seminaren auf dem „Berg“ stieg von 24 712 (2016) auf die neue Rekordmarke von 25 540. Mit 330 Eigenseminaren wurde ein Zuwachs von 50 Bildungsveranstaltungen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Hinzu kamen 73 Gastgruppen, unter ihnen viele Schulklassen, zur Fortbildung zum Jugendhof.

Die Gesamtzahl der Gäste und Besucher kletterte auf zirka 31 000, rund 1000 mehr als im Jahr 2016. Laut Biermann grenze es geradezu an ein Wunder, dass die hohe Zuwachsrate mit konstanter Bettenzahl von 127 erreicht werden konnte. Da hätten die Organisatoren mit Geschick immer einen Ausweg gefunden und alle unterbringen können.

Direktor Biermann verdeutlicht aber auch, dass angesichts dieser Situation der Bau eines neuen Bettenhauses mit 15 Zimmern dringend erforderlich sei. Der Entwurfsplan liegt seit zwei Jahren auf Eis. „Wir stehen mit dem Kreis Schleswig-Flensburg in konkreten Verhandlungen, um dieses Ziel zu verwirklichen“, betont der Chef. Alle Liegenschaften auf dem Scheersberg gehören dem Kreis, dies wird auch für den herbeigesehnten Neubau gelten.

Das Projekt wird auf Baukosten zwischen zwei und drei Millionen Euro kalkuliert. Für die Finanzierung wird nicht nur die Aktivregion Schlei-Ostsee „an Bord“ benötigt, sondern eine ganze Riege von Kooperationspartnern, unter ihnen auch Angelner Kommunen. Konkrete Zusagen zu diesem Bauvorhaben gebe es derzeit noch nicht, wohl aber „positive Signale aus der Politik“. Biermann betont: Der Staat habe derzeit genug Geld für Investitionen, und das Zinsniveau für Kredite verharre auf einem Tiefstand.

Das künftige Übernachtungshaus wird die Zahl der Betten auf 157 erhöhen und damit bei einer Vollbelegung genau der Zahl der verfügbaren Plätze im Speisesaal des Wallrothhauses entsprechen und zugleich dem derzeitigen Leistungsvermögen der Scheersberger Großküche.

Der Jugendhof ist in der Region Angeln ein wichtiger Arbeitgeber: 36 Menschen finden als Vollzeitkräfte Lohn und Brot. Auch im neuen Etat beträgt das Haushaltsvolumen rund 1,6 Millionen Euro. Die Landesregierung fördert die Bildungsstätte mit jährlich 540 000 Euro – wobei diese Zuweisung sich seit 16 Jahren auf dem gleichen Niveau befindet. Schulden hat der Scheersberg keine, aber er erwirtschaftet eben auch keinen Überschuss.

Attraktiv gestaltet hat der Cartoonist Kim Schmidt das Titelblatt für das neue Jahresprogramm: Skurrile Kühe, Hühner, Kaninchen und Frösche musizieren, filmen und zeichnen um die Wette. Bildungsreferent Jonas Siewertsen trägt die Verantwortung für die Stärkung des im Vorjahr offiziell ernannten „Kulturknotenpunkts Scheersberg“ und unterstreicht: „Wir möchten der Kulturszene ermöglichen, eine eigene Identität als Kulturraum zu entwickeln.“

Zu den wichtigsten Unterstützern der Projektarbeit im Jugendhof gehören die Kulturstiftung und die Einrichtung der Kinder- und Jugendförderung des Kreises. Über 30 weitere Partner helfen mit Zuschüssen.

Neu in diesem Jahr sind gleich drei Integrationsprojekte für junge Flüchtlinge. Erstmals veranstaltet werden außerdem ein Band-Camp für Nachwuchsmusiker, ein Jugend-Herbst-Folk-Treffen, ein internationales Film-Camp sowie eine interkulturelle Segeltour für Jugendliche der deutschen Minderheit in Nordschleswig und der dänischen Minderheit in Südschleswig.

Karsten Biermann unterstreicht: „Wir haben viele spannende und neue Projekte entwickelt und bereits bewährte Veranstaltungen verbessert und verfeinert.“

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