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Martin Schulz in Flensburg bei Krones : Besuch beim Bilderbuch-Weltmarktführer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei seiner ersten Flensburg-Visite wird Kanzlerkandidat Martin Schulz ein echter Exportweltmeister präsentiert.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 12:46 Uhr

Der eigentlich geplante öffentliche Wahlkampfauftritt auf dem Campus war drei Tage vor der Landtagswahl für den SPD-Kanzlerkandidaten offenbar nicht mehr organisierbar. Gut, dass man Martin Schulz bei seiner ersten Flensburg-Visite als starkem Mann der Bundes-SPD einen echten Bilderbuch-Weltmarktführer präsentieren konnte. Die Krones AG baut in Flensburg mit 529 Beschäftigten, darunter fast ein Fünftel Ingenieure und Entwickler, Flaschenreinigungs- und PET-Recycling-Anlagen für die ganze Welt.

Die ganze Welt? Eine kleine Einschränkung wollte der Standortverantwortliche Eckehard Adrian dann doch machen: „Wir liefern nachweislich in 190 von 193 Ländern der Erde“. Das seien mehr Staaten, als die Bundesrepublik Botschaften unterhalte. Nordkorea zum Beispiel sei allerdings nicht unter den Kunden. Eine der größten Anlagen, die je das Flensburger Werk am Schäferweg verlassen haben, steht in einer Brauerei in San Joaquin in Venezuela. In einer offenen Halle würden dort 140  000 Flaschen pro Stunde gereinigt. Eine der neuesten Anlagen vom Flensburger Schäferweg ging gerade in die Flensburger Brauerei, andere stehen in Bitburg oder bei Coca Cola in Indien. Und für Japan entstand bei Krones im äußersten Flensburger Westen eine PET-Recycling-Anlage, die das Material wieder komplett lebensmittelgeeignet aufbereite. Dabei überraschten die Flaschenreinigungsexperten den SPD-Tross, zu dem neben SPD-Chef Ralf Stegner das komplette lokale Kandidatentableau mit Heiner Dunckel (Flensburg Stadt), André Hense (Flensburg Land) und Clemens Teschendorf, den die SPD im Herbst zum Bundestagsabgeordneten machen möchte, mit überraschenden Informationen. Dass Einweg und PET den Mehrwegflaschen international den Rang abgelaufen hätten, kann man am Schäferweg nicht bestätigen: „Wir sind eher mit mehr Reinigungsanlagen für Mehrweg unterwegs als vor Jahren“, berichtet Adrian, der einst von der Werft kam und seit 16 Jahren zum Flensburger Krones-Management zählt.

Dann bestaunte die 25-köpfige Besuchergruppe mit gelben V-(„Visitor“)-Leibchen die zweite Reinigungsanlage, die Krones für die neue Reihe der Flensburger Brauerei baut: „Dafür wird nachts die halbe Stadt gesperrt, Frau Lange“, erklärte der Manager der Oberbürgermeisterin. Gerade hat Krones einen 130-Tonnen-Waschmaschinen-Transport über Husum, Itzehoe und Neumünster nach Hamburg führen müssen, weil die Rader Hochbrücke nur noch Lasten bis 70 Tonnen erlaubt. Das werde ab 2026 wieder anders, versprach Verkehrstaatssekretär Frank Nägele – und 2030 fließe der Lastwagen-Verkehr wieder über die komplett neue Brücke.

Der weitgereiste Gast aus Würselen zeigte sich vom Krones-Werk beeindruckt, bezeichnete weltweit operierende Mittelständler wie Krones als wirtschaftliches Rückgrat der Bundesrepublik und versprach, künftig jene Unternehmen massiv zu fördern, die viel in Forschung und Entwicklung investierten.

Oberbürgermeisterin Simone Lange kündigte am Rande an, dass sie gemeinsam mit Wireg-Chef Michael Otten künftig noch stärker Bestandspflege der wichtigen und treuen Unternehmen in der Stadt betreiben möchte. Nach dreieinhalb Monaten im Amt hat sie schon festgestellt, dass Flächen in der Stadt nicht nur für den Wohnungsbau fehlen: „Wir brauchen auch ein Gewerbeflächenangebot und wollen uns hier gut aufstellen.“

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