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Flensburger Austausch mit Carlisle und Slupsk : Besuch aus Polen und England

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Schüler planten das Programm für den trilateralen Schüleraustausch der Partnerstädte ab 14. August

Das Programm beruht auf viel Erfahrung und ist eigentlich Routine. Doch alle Details sind jeweils neu und langfristig zu arrangieren, vor allem, weil die Termindaten immer andere sind. Das ist in diesem Jahr nicht anders: der Trilaterale Jugendaustausch (kurz TriLa) zwischen Flensburg und den Partnerstädten Slupsk in Polen sowie dem britischen Carlisle in Wales vom 14. bis 23. August an der Förde statt.

In insgesamt vier Sitzungen im Jugendzentrum Exxe sind die zehn Jugendlichen aus Flensburg eng in die Vorbereitungen eingebunden; da das Programm in ihrer Heimatstadt abläuft, können sie sich quasi als Mitveranstalter verantwortlich fühlen. Beim jüngsten Treffen, einen Monat vor Kursbeginn, lässt Leiterin Sarah Kietz das fast fertige Begleitheft herumgehen. Titel: Youth Exchange 2017 – natürlich auf Englisch, der Kurssprache. Darin sind alle wichtigen Kontaktdaten enthalten, auch für Notfälle, ein Ablaufschema, ein Stadtplan sowie ein Glossar gängiger Ausdrücke in allen drei Sprachen. Außerdem „Rules of Conduct“, Benimmregeln also, denn eine gewisse Disziplin ist für eine erfolgreiche Veranstaltung mit 30 Teilnehmern schon erforderlich (auch aus Carlisle und Slupsk kommen je zehn Jugendliche nach Flensburg).

Gemeinsam sind sie wieder im Hostel an der Exe untergebracht, anders als vor drei Jahren allerdings unter besseren Rahmenbedingungen: Statt in Achtbett- dieses Mal in Vierbettzimmern, von denen sich je zwei ein Bad teilen. Die Sanitärsituation war seinerzeit suboptimal, wie damalige Teilnehmer erinnern, verbunden mit extrem frühem Aufstehen, um ins Bad zu kommen. „Jeder kann aber auch im Jugendzentrum Exxe duschen“, betont Sarah Kietz – „oder gar nicht“, wie einige Jungs feixten… Zum Programm mit Exkursionen, Besichtigungen, Gesprächen und einer Rallye zum Kennenlernen der Stadt und seiner Kultur gehört auch ein Familienwochenende, an dem die ausländischen Gastjugendlichen das Zuhause der Flensburger Teilnehmer besuchen.

Die 17-jährige Rona macht zum ersten Mal mit, angeregt von vielen Informationen ihrer Freundin Rieke, die bereits mehrmals dabei war. „Ich finde es cool, Jugendliche aus anderen Ländern kennen zu lernen und gemeinsam mit ihnen etwas zu unternehmen“, sagt sie. Auch Isabel, 15 Jahre jung, macht erstmals mit. Sie hat bereits gute Erfahrungen durch Austauschprogramme ihrer Schule in Frankreich und Spanien gemacht. „Meine Eltern stammen aus Polen und ich freue mich, Kontakt zu polnischen Jugendlichen zu bekommen und ihre Sprache zu üben“, sagt sie. Für den 16-jährigen Masoud dürfte der TriLa eine ganz besondere Erfahrung sein, auch in sprachlicher Sicht: Er ist der einzige Ausländer im Kurs, stammt aus Afghanistan und lebt seit etwa anderthalb Jahren in Deutschland. Ihn interessiert, weitere Kulturen kennen zu lernen.

Intensive Erfahrungen mit dem TriLa hat die 16-jährige Leonie, die bereits zum dritten Mal mitmacht und daher beide Flensburger Partnerstädte kennt. „Mir hat der Austausch immer viel Spaß gemacht, jetzt freue ich mich darauf, Freunde wieder zu sehen und Englisch zu sprechen“, sagt sie. Aus neuer Perspektive wird Leif den TriLa erleben: Ausnahmsweise ist er schon zum fünften Mal dabei, allerdings als zweiter Teamverantwortlicher, Teamer genannt. „Ich habe in diesem Jugendaustausch Freunde fürs Leben gefunden, wir besuchen uns gegenseitig auch außerhalb des TriLa, beispielsweise einen Freund, der in Danzig studiert“, sagt der 18-Jährige, der gerade mit der Schule fertig ist.

Der junge Mann und andere Kursteilnehmer, die den TriLa bereits mehrfach absolviert haben, erfüllen die Städtepartnerschaft zwischen Flensburg, Slupsk und Carlisle mit einem vorbildlich gelebten Engagement, das man den Kommunalpolitikern nur wünschen kann – aber natürlich auch allen anderen Bürgern der Fördestadt. Während des abschließenden Vorbereitungstreffens konnte Sarah Kietz noch eine positive Nachricht verkünden: An dem Tag war die Zusage der EU eingetroffen, den TriLa erneut mit einem bedeutenden Zuschuss aus dem ERASMUS-Programm zu unterstützen – trotz britischer Entscheidung für einen „Brexit“, dessen Verhandlungen gerade erst begonnen haben. Perspektivisch könnte ein vollzogener Brexit allerdings Konsequenzen auch auf den Flensburger Jugendaustausch haben.


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erstellt am 18.Jul.2017 | 06:29 Uhr

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