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Flensburger Neustadt-Fest : Beste Stimmung beim Butcher Jam

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Heiße Reifen und coole Figuren: BMX-Fahrer glänzen bei der traditionellen Schlachthof-Fete / Familienfest mit sportlicher Note in der Neustadt

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2017 | 07:00 Uhr

Waffelduft liegt über dem Schlachthof, in einer Ecke werden verrückte Luftballonfiguren geknotet, und weithin hörbar sind die Anfeuerungsrufe aus dem Mikro der Moderatoren im Skatepark. Unterbrochen werden sie von staunenden „Ohhhs“ und erschrockenen „Ahhhs“ des Publikums, das begeistert den wilden Sprüngen der BMX-Fahrer beim diesjährigen Butcher Jam folgt und bei den Stürzen mitleidet.

Das Publikum in der Neustadt ist bunt gemischt, alle Altersklassen sind vertreten. Zottelmähnige Väter stehen neben Buggys, in denen der Nachwuchs döst. Über und über tätowierte Jungs lümmeln zusammen mit jungen Frauen in Sommerkleidern auf Sofas neben der Strecke, um sie herum spielen Kinder Fangen. All das fügt sich harmonisch in die ungezwungene und euphorische Stimmung der Wettbewerbe ein.

Selbstbewusste Kinder und Erwachsene brettern mit großem Tempo über die Rampen und springen mit ihren Rädern auf Geländer. Aus den Boxen schallt dabei treibende Rockmusik, von den Zuschauerbänken tönt immer wieder Jubel. Egal ob beim Street-, Dirt- oder Girls-Contest: Die Fahrer geben alles und sind mit guter Laune dabei. Mit beinahe absoluter Kontrolle tänzeln sie auf ihren Rädern, zeigen halsbrecherische Saltos und trotzen so manches Mal für einen Augenblick der Schwerkraft. Komplimente wie „Fettes Ding!“ oder „Krass!“ dröhnen aus den Mikrofonen des Moderatoren-Duos.

Das Fahrerfeld ist breit aufgestellt: Neben Flensburger Eigengewächsen sind auch viele Fahrer aus ganz Deutschland angereist. Außerdem auch BMXer aus Grönland, Großbritannien, den USA und den Niederlanden. Und sie alle wollen zeigen, was sie können. Besonders beim „last trick“, der Runde des Wettbewerbs, bei dem jeder Fahrer noch eine letzte Figur zeigen darf, werden die Sprünge noch höher und die Drehungen gewagter.

Im Zelt der Handwerkskammer staut es sich derweil. Viele Kinder stehen beim Schminken an und verwandeln sich innerhalb von Minuten in Tiger, Eisprinzessinnen und Piraten. Auch beim Frisiertisch ist eine Menge Andrang. „Die Haarpiercings waren wirklich der Renner“, so Friseurmeisterin Silke Carstensen. Auch Juna Marleen Rømer (8) hat geduldig gewartet, bis sie an der Reihe ist: „Die Zöpfe sehen total schön aus. Und die Farben im Haar sind lustig!“ Gleich nebenan ertönt immer wieder ein schrilles Fiepen: Kinder und Erwachsene versuchen, eine Metallöse über einen „heißen“ Draht zu führen, ohne ihn zu berühren. Auch Anton-Lukas Bentien (10) übt sich in Geduld: „Es ist gar nicht so leicht, aber macht Spaß! Hier darf man viel ausprobieren.“

Viele Besucher sitzen auf der Wiese herum, schauen den Kindern beim Toben auf dem Spielplatz oder beim Ausprobieren der Geräte des roten Spielmobils zu. Der Regenguss am Sonnabendnachmittag tut der gelösten Stimmung des Festes keinen Abbruch, viele Leute finden einen trockenen Platz, schwatzen, essen und trinken munter und unbeschwert weiter. Die Schlangen beim Bungee-Trampolin sind währenddessen sehr lang und die Plätze in den Hüpfburgen begehrt. Dazwischen versuchen sich Groß und Klein am Stelzenlaufen und Pedalo-Fahren. Zwei gefleckte Ponys warten auf Kinder, die gegen einen Obolus eine kleine, geführte Runde drehen wollen.

Das Angebot und die vielen Sportgeräte von „Integration durch Sport“ haben den kleinen Ennio Rutz stoppen lassen. „Einfach, weil es hier lustig ist“, sagt er, während er sich schwarze Boxhandschuhe anzieht. Er ist mit seiner Patentante und seiner Mama gerade aus Bern angereist, letztere stammt nämlich aus Nordfriesland. Klar, dass sie dann auch beim Familienprogramm des Butcher Jam vorbei schauen. „Passt ja, wir haben genau den richtigen Tag erwischt“, so Kreske Rutz.

Resümee nach 72,5 Stunden Schlachthof: Das Butcher Jam ist ein rundherum gelungenes Fest, lockt eine Menge buntes Publikum in die Neustadt und bietet Familien genauso viel wie begeisterten BMX-Fans. Zur vollsten Zufriedenheit von Dirk Dillmann von den gastgebenden Sportpiraten: Es habe keine „nennenswerten Verletzungen“ gegeben, sagt er. Einmal musste ein Rettungswagen anrücken, der Hubschrauber brachte „lediglich“ den Arzt dazu. Und der Patient mit der Gehirnerschütterung sei schon längst wieder daheim.

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