zur Navigation springen

Stadtbus-Verkehr : Besser Busfahren in zwei Jahren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sind sich die Partner nicht mehr grün? Aktiv-Bus kündigt den Kooperationsvertrag mit Afag und plant eine Optimierung des Liniennetzes nach Auslaufen der Konzessionen im Alleingang.

Das Flensburger Verkehrsunternehmen Aktiv-Bus, eine Tochter der Stadtwerke, hat zum 31. März 2014 den Vertrag zur Verkehrs- und Tarifgemeinschaft mit der Afag (Allgemeine Flensburger Autobus-Gesellschaft) gekündigt. Doch ein neuer Vertrag sei bereits in Arbeit, teilte Aktiv-Bus-Chef Paul Hemkentokrax mit. Als Grund für die Kündigung des seit 1991 bestehenden Vertrags nannte Hemkentokrax eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Doch ein neuer Vertrag könnte trotzdem konkrete Verbesserungen für den Flensburger Bus-Kunden mit sich bringen. Das Zauberwort heißt hier „Liniennetz-Optimierung“. Der Anfang des Jahres beschlossene Regionale Nahverkehrsplan beschreibt im Detail, wie in Flensburg Mobilität konkret aussieht – also auch, wie viele Menschen zu welchen Zeiten zwischen welchen Punkten im Stadtgebiet hin- und herfahren oder gehen. Darauf werde man reagieren, kündigte Paul Hemkentokrax, Geschäftsführer von Aktiv-Bus, gegenüber dem Tageblatt an.

So zeige eine Karte der Bewegungen im Stadtgebiet „zum Teil ganz dicke Pfeile“ dort an, „wo aber gar keine Buslinien sind. Es gibt enorme Beziehungen zwischen den Stadtteilen, zum Beispiel zwischen Mürwik und Engelsby. Da müssen wir handeln“. Hemkentokrax verdeutlichte, dass „seit 20 Jahren nichts am Liniennetz in der Stadt geändert“ worden sei. „Wir fahren zum Teil immer noch die alten Straßenbahnlinien nach.“ Gleichzeitig wurden aber in der Stadt viele neue Wohngebiete etabliert. Bestes Beispiel: Hochfeld im Südosten mit rund 200 Häusern, aber ohne direkte Busanbindung. Vor kurzem wurde die Linie 5 zu einer ringförmigen Linie ausgebaut, nicht zuletzt um den Campus um die Wohngebiete im Südosten besser anzubinden. Für Hemkentokrax war dies der erste substanzielle Ausbau des Liniennetzes seit 20 Jahren. Hinterfragen müsse man auch die Anbindung des Bahnhofs.

Zu den „Leuchtturm-Projekten“, die der Regionale Nahverkehrsplan vorsieht, gehören unter anderem ein Schnellbus-Konzept innerhalb der Stadt und ein dynamisches Fahrgastinformationssystem.

Der bestehende Vertrag zur Verkehrs- und Tarifgemeinschaft diene eher der „Besitzstandswahrung“ als den Interessen der Bus-Kunden, sagte Hemkentokrax. Das Flensburger Liniennetz ist nicht erst 1991 fest unter den beiden Verkehrsunternehmen aufgeteilt: der privaten Afag, einer Tochter der Fördereederei-Seetouristik, und der Aktiv-Bus, die lange Zeit als Verkehrsbetriebe der Stadtwerke wie eine städtische Behörde geführt wurde.

Afag-Geschäftsführer Uwe Möser äußerte sich eher knapp zu der auf seinem Schreibtisch gelandeten Kündigung. „Wir haben die Kündigung entgegengenommen und werden sie jetzt intern prüfen“, sagte er auf Anfrage gegenüber dem Tageblatt. Ziel sei es, „eine Lösung zum Wohle Flensburgs und der Fahrgäste hinzubekommen“.

Die von der Stadt für bestimmte Linien erteilten Konzessionen gelten noch bis 31. Mai 2015. Sie setzen den beiden Unternehmen enge Grenzen; so darf ein Partner nicht ohne weiteres auch nur einen kurzen Abschnitt auf einer Linie des anderen fahren.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 22.Aug.2013 | 18:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen