Queisser Juniorenpreis : „Besser als nur auf dem Sofa zu sitzen“

<p>Glückliche Preisträger: Der 15-jährige Yaser Anjal aus Elmshorn, die 17-jährige Ariane Mir-Shojaee aus Flensburg sowie die 18-jährige Larah Theresa Stieper aus Brinjahe (von links). Alle drei erhalten jeweils 1500 Euro Preisgeld.</p>

Glückliche Preisträger: Der 15-jährige Yaser Anjal aus Elmshorn, die 17-jährige Ariane Mir-Shojaee aus Flensburg sowie die 18-jährige Larah Theresa Stieper aus Brinjahe (von links). Alle drei erhalten jeweils 1500 Euro Preisgeld.

4500 Euro für ehrenamtlich engagierte Jugendliche

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17. Februar 2018, 06:58 Uhr

Sie ist 17 Jahre jung, Gymnasiastin an der Goethe-Schule, Kampfsportlerin und in vielerlei Hinsicht engagiert. Ariane Mir-Shojaee, Tochter eines Vaters aus dem Iran und einer polnischen Mutter, darf jetzt die Früchte ihrer ehrenamtlichen Arbeit ernten. Denn das Unternehmen Queisser Pharma hat gestern seinen Juniorenpreis an drei Jugendliche vergeben, die sich neben guten schulischen Leistungen durch Einsatz für das Gemeinwohl auszeichnen. Der Preis ist mit 4500 Euro dotiert.

Neben Ariane Mir-Shojaee freuen sich Yaser Anjal (15) aus Elmshorn sowie Larah Theresa Stieper (18) aus Brinjahe über 1500 Euro. „Der Preis verdeutlicht seit elf Jahren, dass es hochmotivierte Jugendliche gibt, die sich in vorbildlicher Art und Weise einsetzen und damit unser Gemeinwohl in Schleswig-Holstein bereichern. Uns ist es ein Herzensanliegen, dieses Engagement zu fördern“, sagte Jury-Mitglied und – seit Anfang des Jahres – der neue Queisser-Geschäftsführer Axel Kaempfe. Man wolle damit den Leistungen der Jugendlichen Respekt und Anerkennung zollen.

Ariane Mir-Shojaee hat das gesellschaftswissenschaftliche Profil der Goethe-Schule belegt. Mit dem Geld will sie in den Sommerferien in den Süden reisen. „Wahrscheinlich nach Griechenland.“ Und ein Teil wird für die Zeit nach dem Abitur zurückgelegt: Nach einem Vietnam-Trip stehen dann Jura oder Zahnmedizin auf der Agenda.

In der Flüchtlingsarbeitie war die Schülerin seit Anbeginn 2015 bei „Refugees Welcome“ am Flensburger Bahnhof aktiv. „Ich habe übersetzt und bei der Kleider- wie Essensausgabe geholfen. Es war so wichtig, dass genug für alle da war.“ Selbst für Kleinigkeiten wie einen Kugelschreiber, sagt sie, hätten sich die Ankömmlinge dankbar gezeigt. „Das zu erleben, hat mich selbst sehr bereichert.“ Zusammen mit anderen Flüchtlingshelfern hielt sie Vorträge an der Schule, um aufkommenden Vorurteilen ihre Erfahrungen entgegenzusetzen.

Zum anderen absolviert Ariane die Trainerausbildung an einer Kampfkunstschule und unterrichtet dort zweimal wöchentlich Kindergruppen. Neben der Selbstverteidigung werden den Kindern Tugenden wie Ehre, Respekt, Disziplin und Offenheit vermittelt. Wie schafft man das alles? „Manchmal bin ich müde, wenn ich aus der Schule komme“, gesteht sie. „Es ist viel auf einmal, aber besser, als nur auf dem Sofa zu sitzen.“


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