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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 15:19 Uhr

Berufskunde statt Erdkunde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Info-Woche für Achtklässler an der Gemeinschaftsschule West ist Teil der Vorbereitung auf die Ausbildung

von
erstellt am 29.Jan.2014 | 11:12 Uhr

Lisa Aylin Dincer ist geläutert. „Vor dem Vortrag dachte ich schon, später vielleicht bei der Bundeswehr arbeiten zu können“, sagt die 15-jährige Schülerin der Gemeinschaftsschule West. Dort werden Frauen händeringend gesucht, ihr Anteil bei Zeit- und Berufssoldaten beträgt nach Bundeswehrangaben aktuell nur zehn Prozent. „Aber dann müsste ich bei Auslandseinsätzen damit leben, jeden Tag sterben zu können – das ist mir zu heftig.“

Doch enttäuscht ist sie nicht. Unmissverständliche Informationen gehören zur Berufsinformationswoche an der Gemeinschaftsschule dazu. Während dieser sollen alle Achtklässler in Kleingruppen mit je zehn bis 15 Schülern Berufe und deren Tätigkeitsfelder kennen lernen. Dazu merkt die verantwortliche Lehrerin Heike Weichaus selbstkritisch an: „Angebote für Schüler mit Hauptschulabschluss fehlen quasi gänzlich, das will ich nächstes Jahr besser machen.“ Die Info-Woche ist in eine Vorhaben-Woche eingebettet, während der alle Jahrgänge der Schule spezielle Angebote wahrnehmen und bei Projekten mitmachen.

Unter den teilnehmenden Unternehmen befand sich auch die Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa). Den Vortrag der Auszubildenden Alina Wichmann hat Sascha Dolgow aufmerksam verfolgt. „Ich bin gut in Mathe und finde das Bankwesen interessant, daher würde ich bei der Nospa gern ein Praktikum machen.“ Einem solchen gehen oft Bewerbung und Vorstellungsgespräch voraus. Spätestens bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz werden Sascha Dolgow und seine Mitschüler aus dem achten Jahrgang damit konfrontiert. Die verantwortliche Lehrerin Heike Weichaus: „Deshalb gibt es in dieser Woche auch ein Bewerbungstraining.“

An diesem nimmt auch Lisa Aylin Dincer teil. Und fiebert dem regelrecht entgegen: „Diese Woche ist eine echte Chance für mich, da will ich mir intensiv Gedanken über meine berufliche Zukunft machen.“ Zur Bundeswehr, so viel steht fest, will sie aber nicht.


Mitarbeit: Anja Simonsen, Gustav Stintzing, Leonie

Lorenzen





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