Suche nach Wohnraum : Bernd Buchholz warnt vor Schließung des Flensburger Wirtschaftshafens

Hier Museumshafen, dort Industriedenkmäler im Verfall: Das Hafen-Ostufer steht vor einem grundlegenden Umbau.
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Hier Museumshafen, dort Industriedenkmäler im Verfall: Das Hafen-Ostufer steht vor einem grundlegenden Umbau.

Der Rat in Flensburg hatte kürzlich beschlossen, das Hafengebiet zu verkleinern. Das Umschlagsvolumen ist rückgängig.

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11. April 2018, 15:45 Uhr

Flensburg | Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat vor einer möglicher Schließung des Flensburger Wirtschaftshafens gewarnt. „Hafenflächen sind ein rares Gut“, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch in Flensburg. Man könne an vielen Stellen Wohnungen bauen, aber es gebe nur wenige Hafenflächen im Land. Buchholz, der auf Einladung des örtlichen FDP-Landtagsabgeordneten Kay Richert nach Flensburg gekommen ist, betonte, es sei die Entscheidung der Kommune, ob der Hafen geschlossen werden soll. Aber er sei dafür da, auf die Auswirkungen hinzuweisen, die eine Entscheidung habe.

In Flensburg wird seit langem kontrovers darüber diskutiert, ob der kommunale Hafen, dessen Umschlagsvolumen rückgängig ist, aufgegeben und die Fläche stattdessen etwa für Wohnbebauung genutzt werden soll. Der Rat hat kürzlich beschlossen, das Hafengebiet zu verkleinern.

Für den restlichen Hafen wurde eine Bestandsgarantie von fünf Jahren gegeben. Für den Minister ist dies keine ausreichende Zeitperspektive, um den Hafen langfristig zu entwickeln. Er empfinde die Entscheidung als Einstieg in den Ausstieg. „Und den halte ich für falsch.“ Der Minister sagte mit Blick auf andere, florierende Ostseehäfen wie Kiel, ein rückläufiger Umschlag sei nicht gottgegeben. Man müsse sich aber bemühen, Umschläge zu produzieren.

„Dafür muss ein Hafen aktiv betrieben werden und es muss Investitionssicherheit geben.“ Man müsse ausloten, welche Perspektiven der Hafen haben könnte, etwa im Bereich des Schüttgutumschlags, sagte Buchholz. Es sei kein Geheimnis, dass Schleswig-Holstein in den kommenden Jahren viel Kies brauche, etwa für den Straßenbau, der aus Skandinavien und Schottland importiert werde.

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