20 Jahre Festival in Flensburg : Bei der Hofkultur hat es gefunkt

Bei den Songs von Peter Fessler funkte es: Beate Kallweit und Wolfgang Köhler im Hof der Phänomenta, den  Mareike Hölker und Thomas Frahm (hinten) jedes Jahr  bei der Hofkultur berücksichtigen.
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Bei den Songs von Peter Fessler funkte es: Beate Kallweit und Wolfgang Köhler im Hof der Phänomenta, den Mareike Hölker und Thomas Frahm (hinten) jedes Jahr bei der Hofkultur berücksichtigen.

Zwei Kulturfreunde verliebten sich im lauschigen Ambiente der Open-Air-Musik. Das Kulturbüro sucht weitere Geschichten nach 20 Jahren Festival.

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21. Juni 2014, 11:31 Uhr

Bei Peter Fessler hat’s gefunkt. Als der Jazzsänger mit seinen brasilianischen Grooves im Sommer 2011 die Phänomenta in Schwingungen versetzte, da tanzten plötzlich die Herzen von Beate Kallweit und Wolfgang Köhler Samba – und zwar synchron. Der pensionierte Richter und die Kinderkrankenschwester kennen sich zwar schon seit 33 Jahren, doch verliebt haben sie sich letztlich erst im unnachahmlichen Ambiente der Hofkultur: tolle Musik in lauschiger Sommernacht, dazu ein Glas Rotwein.

Das kleine Flensburger Sommerfestival findet ab 11. Juli zum 20. Mal statt – und seine Erfinder sind sich sicher, dass die Hofkultur noch mehr Geschichten zu bieten hat als nur die von Beate Kallweit und Wolfgang Köhler, die sich schon wieder Karten für sieben Gastspiele gesichert haben. Deshalb suchen Mareike Hölker und Thomas Frahm aus dem Flensburg Kulturbüro weitere Geschichten, die seit Sommer 1995 in den Höfen der Altstadt geschrieben wurden.

„An der Kasse wird uns Jahr für Jahr viel erzählt“, sagt Mareike Hölker: Trostgeschichte, Liebesgeschichten, Lebensmutgeschichten. Aber auch die von einer zerrissenen Hose. „Wir wollen diese Geschichten sammeln und in irgendeiner Form veröffentlichen“, sagt Thomas Frahm. Wer bei der Flensburger Hofkultur etwas Menschliches erlebt hat und dieses Erlebnis teilen möchte, darf es kurz aufschreiben und einsenden. Zum Dank wird er oder sie zum Jubiläumsempfang am 9. Juli eingeladen; außerdem wird ein Essen für zwei Personen im Roten Hof, da wo 1995 alles begann, verlost.

Da kannten sich Beate Kallweit und Wolfgang Köhler zwar schon, waren aber jeweils mit anderen Partnern verheiratet. Beide mussten später den Tod ihres jeweiligen Ehepartners verkraften. Zunächst habe man sich nur als alte Freunde verabredet, um nicht allein zur Hofkultur gehen zu müssen. Die Besuche begannen meist mit der gemeinsamen Fahrradtour durch das lauschige Lautrupsbachtal in die Innenstadt, „wo wir am Hafen von Möwengeschrei begrüßt wurden“. Beate Kallweit erinnert sich daran, „wie wir im Hof Borgerforeningen eine ganze Reihe wippender Füße beobachteten“. Immer wieder lernten die beiden gemeinsam neue Musik von gänzlich unbekannten Ensembles kennen und lieben.

In der anheimelnden Atmosphäre der pittoresken Höfe, bei den Klängen der aufregend neuen Musik kamen sich die beiden näher – „ein Blick, ein Druck der Hände, ein Lächeln“, erinnert sich Wolfgang Köhler. Und spätestens bei den romantischen Songs von Peter Fessler, der in diesem Jahr den Jazz-Echo als bester Sänger gewonnen hat, machte es Klick. Inzwischen leben die beiden zusammen und sind sehr glücklich miteinander.

Darüber freuen sich nicht zuletzt Mareike Hölker und Thomas Frahm, die jetzt auf viele Einsendungen mit weiten Hofkultur-Geschichten hoffen.

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