zur Navigation springen

Neue Jobs am Flensburger Schäferweg : Bei Anthon brummt das Geschäft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Familienunternehmen hat sich im Umfeld komplexer Anlagentechnik als Qualitätsanbieter für individuelle Lösungen etabliert.

Neue Halle, neue Aufträge, neues Personal: Alles neu bei Anthon & Söhne. Anfang letzten Jahres ging es steil bergauf bei dem ohnehin kerngesunden Flensburger Traditionsunternehmen. Mitverantwortlich für den aktuellen Aufschwung ist die Auflösung eines Investitionsstaus in Südostasien. Mit der Folge, dass von 15 verfügbaren Aufträgen aus diesem Raum 14 an Anthon vergeben wurden.

Die Spezialisten vom Schäferweg, die sich auf die Entwicklung und Herstellung komplexer Maschinen und Anlagen für die plattenverarbeitende Industrie fokussieren, haben sich weltweit einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Schwerpunkte ihres Engagements liegen in Vietnam, Malaysia und Thailand, aber auch in China, Japan und in den USA. Und in Schweden sitzt mit Ikea ein namhafter Kunde: Pax-Kleiderschränke und Billy-Regale werden auf Anthon-Maschinen produziert.

Nur zehn Prozent des Exportanteils fallen auf Deutschland. Und 2017 wird zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder ein Hersteller aus Schleswig-Holstein beliefert: das Hobby-Wohnwagenwerk. In Fockbek werden täglich 70 Fahrzeuge hergestellt, gut 130  000 Zuschnitt-Teile werden dafür Woche um Woche benötigt. Eine knifflige Angelegenheit. Aber Anthon wird sie liefern.

Das Geheimnis des Erfolgs? „Wir arbeiten extrem dicht am Kunden, der immer individuellere Produkte verlangt“, sagt Ove Lange, gemeinsam mit seinem Vater Klaus Geschäftsführer und Gesellschafter der GmbH. Maschinen und Anlagen sind komplexer geworden, und auch der Roboter hat Einzug gehalten in die Produktionslinien. Die Ausweitung des Marktanteils resultiere daraus, dass man frühzeitig auf die Entwicklungsschiene gesetzt habe und entsprechend flexibel reagieren könne. „Der Trend geht zur Einzelteil- statt zur Massenfertigung“, sagt Ove Lange. Und auf den Markt müsse man mit intelligenten, integrierten Produktionsprozessen reagieren. Dass dies gelungen ist, zeigt nicht zuletzt eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent im laufenden Jahr.

Um die immer größeren und leistungsstärkeren Maschinen unterbringen (und vor allem auch testen) zu können, entsteht derzeit eine zweite, 4000 Quadratmeter große Montagehalle, die im Februar 2017 in Betrieb genommen werden soll. „Neuentwicklungen bergen auch viele Risiken“, betont Ove Lange. Um die zu minimieren, wird dort nicht nur die Endmontage, sondern auch die Inbetriebnahme und Qualitätskontrolle stattfinden.

Das boomende Geschäft spiegelt sich auch in einer wachsenden Mitarbeiterzahl wider: 28 neue Kräfte in den Abteilungen Elektronik, Mechanik und Steuerung sowie Elektriker und Industriemechaniker für die Fertigung sind 2016 eingestellt worden. Damit wächst die Zahl auf 160. „Und wir brauchen noch mehr“, sagt Klaus Lange. Gesucht werden Software- und Konstruktionsingenieure. Das Unternehmen rekrutiert lokal. „Es ist gut, wenn sie ihre Wurzeln im Norden haben“, so der Senior-Chef. Nach einer langen Einarbeitung sei man auch an einer langfristigen Bindung und nicht an Durchreisenden, Leiharbeitern und hoher Fluktuation interessiert. Der regionale Aspekt, das Festhalten an bewährten Mitarbeitern hatbe immer gut funktioniert. Es gibt viele treue Jubilare, einige haben ihre Lehre bei Anthon absolviert und sind immer noch dabei – zum Teil in führender Position. 2017 bietet das Familienunternehmen, in dem 19 junge Menschen ausgebildet werden, erstmalig ein Duales Studium (Industriemechaniker  /  Bachelor Maschinenbau) in Kooperation mit der Hochschule Flensburg an.

Anthon & Söhne leistet in vielen Bereichen Pionier-Arbeit. Das hat sich herumgesprochen. „Und dann werden wir eben gefragt“, sagt Ove Lange und lächelt. Das Unternehmen ist bis zum Sommer 2018 voll ausgelastet.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 20.Dez.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen