zur Navigation springen

Kino-Event : Bedrohte Arten und der Spatz als Star

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

8. Internationales Naturfilmfestival „Green Screen“ machte Station in Flensburg / Zuschauer stimmen über den sh:z-Publikumspreis ab

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2014 | 12:31 Uhr

Faszination Naturfilm! Der paradiesische Lebensraum des Baltikums, das geheime Nachtleben der scheuen Haselmaus, ein Spatzenfrühstück acht Meter über dem Broadway. Alle drei Beiträge, die sich in diesem Jahr um den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages bewerben, fanden gestern großen Anklang bei den Gästen im Kino 51 Stufen.

Bei den Vorführungen im Rahmen des Naturfilmfestivals „Green Screen“ gab es keinen eindeutigen Favoriten. Und so bleibt die Entscheidung spannend, die am 6. September auf Gut Altenhof bekannt gegeben wird. Dann kürt eine Jury überdies aus 242 eingereichten Produktionen die besten Filme für die 16 Preiskategorien des Festivals, das vom 4. bis 8. September in Eckernförde über die Bühne geht.

Das Baltikum beherbergt unzählige Rettungsinseln für bedrohte und fast ausgestorbene Tierarten. Die kurische Nehrung in Litauen, deren bis zu 70 Meter hohe Dünen zu den größten Europas zählen, gehört dazu. Regisseur Christoph Hauschild fängt gleich zu Beginn einen verbissenen Kampf zweier Seeadler ein, begibt sich auf die Spuren wild lebender Koniks in Lettland und schildert den Kampf ums Überleben der letzten hier noch lebenden Blauracken-Paare. Weiter geht es nach Estland mit seinen sage und schreibe 1521 Inseln. Er filmt Luchse, Uferschwalben sowie die wegen ihres Fells begehrten Nerze auf Fisch- und Krebsjagd. Hautnah vor der Kamera: die vor Jahren stark dezimierte Kegelrobbe, deren Population jetzt wieder auf 20 000 angewachsen ist. „Wildes Baltikum – Die Küste“: Ein emotional tiefgehender Film, der die Zuschauer in sofort in den Bann zog.

Hauptdarsteller des zweiten Wettbewerbsbeitrags ist die Haselmaus, beliebtes Beutetier traditioneller Feinde wie Wildschwein, Waldkauz oder Wiesel. Ein Film, der besonders gut bei den Kindern ankam. Tim Selke (8) und sein Bruder Bo (6) aus Flensburg etwa fanden das possierliche, daumengroße Tierchen „einfach süß“ – zwei Stimmen also für Naturfilmer Joachim Hinz, der sich mit viel Geduld auf die Lauer gelegt hatte, um das Lebensraum der Haselmaus („Kleiner Langschläfer hellwach“) zu dokumentieren. Und eine dritte von Ex-Landrat Jörg-Dietrich Kamischke, für den die Geschichte „glaubhaft erzählt“ war, mit einem „gelungenen Spannungsbogen durch die Jahreszeiten“.

Wichtige Entscheidungen trifft das Weibchen. Beim Hausspatz ist das nicht anders, wie Filmemacher Kurt Mayer bei einer Reise um die halbe Welt festgestellt hat. Der Spatz macht sich die Stadt zu seiner Natur. Auch wenn es viele Opfer fordert; in Kairo etwa stirbt die Hälfte von ihnen durch streunende Katzen, kein Tier beklagt die meisten Verkehrstoten so oft wie der Spatz. In China wurde er unter Mao zum Volksfeind erklärt, drei Tage lang gejagt und vertrieben, in der Luft gehalten, bis der letzte erschöpft zu Boden fiel. Doch er ist ein Lebenskünstler, ergattert tierische Müsliriegel in Form von Pferdeäpfeln in Wien, überlebt bei minus 20 Grad in Moskau, und der Spatz von Paris erbeutet trickreich Croissants im Kollektiv und tanzt elegant vor der Kirche Notre Dame. Für Maria Manthey aus Steinbergkirche der Star des Tages. „Planet der Spatzen ist eine faszinierende Städtereise aus verschiedensten Perspektiven und mit tollen Bildern.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen