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Flensburger Tageblatt

16. August 2017 | 17:07 Uhr

Max Uthoff : Bedingt überzeugend

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Witz und Wortschwall des Kabarettisten Max Uthoff bleiben an der Oberfläche

Dynamisch springt Max Uthoff in adrett grauem Anzug und blauer Krawatte auf die Bühne, begrüßt die rappelvolle Ole Möhl: „Wundervoll, dass Sie hier sind; Sie hätten sich auch einen schönen Abend machen können“, holt der vielfach ausgezeichnete Kabarettist und studierte Jurist mit seinem Programm „Oben bleiben“ zum Rundumschlag aus. In endlosem Monolog, böse, respektlos.

Mit großen Erwartungen und drei ausverkauften Abenden ging die Saison wieder los im Kulturschuppen der Harrisleer SPD. Organisator Wolfgang Potztal hatte alle Hände voll zu tun, dem Ansturm gerecht zu werden.


Uthoff knöpft sich atemlos die Welt vor


 

Das mit dem schönen Abend aber bleibt stehen im Raum, wird zur gefühlten Messlatte für Uthoffs Wortflut, trifft für manchen gar ins Schwarze. Auch wenn der smarte Münchner originell und unglaublich wortgewandt Themen aberwitzig verknüpft, all unsere Lebensbereiche zwischen Ikea-Du, Bio-Eiern samt extra angeklebter Hühnerfeder und Problem-Peer aufs Korn nimmt: Uthoffs Programm überzeugte nur bedingt. In atemloser Reihung knöpft sich Uthoff die Welt vor, Parteien, Wirtschaft, Religionen, Pisa, Altersvorsorge, soziales Netzwerk. Springt von „Grüner Politik heute“: (Särge für deutsche Soldaten aus nachwachsendem Holz!), bis zu Facebook als „dem aufgeschürften Knie des Erwachsenen“, als der manifestierten, permanenten Sehnsucht wahrgenommen zu werden. Nach dem Motto: „Es gibt sieben Milliarden Menschen dort draußen, würde sich bitte mal jemand um mich kümmern.“ Das hält den Spiegel vor.


Sucht Erwachsener, gesehen zu werden


 

Und doch: Für Etliche blieben Witz und Wortschwall des 46-Jährigen seltsam unbefriedigend an der Oberfläche, trafen zu oft eher Äußerlichkeiten als inhaltliche Tiefe. Dass Calmund dick ist, Angela Merkel Hosenanzüge trägt und Claudia Roth an Pumuckel erinnert, erzeugt eher flüchtige Lachreflexe als kabarettistisch anspruchsvolles und intellektuelles Vergnügen.






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erstellt am 10.Sep.2013 | 07:44 Uhr

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