Glücksburg : Bedenken gegen Aldi-Neubau

Der Aldi-Markt in Wees wurde 1998 mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern eröffnet, 1200 Quadratmeter sollen es werden.
Der Aldi-Markt in Wees wurde 1998 mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern eröffnet, 1200 Quadratmeter sollen es werden.

Die Stadt Glücksburg ist nicht einverstanden mit dem Weeser Vorhaben, dem Discounter eine größere Verkaufsfläche bereitzustellen.

shz.de von
10. August 2018, 12:00 Uhr

Glücksburg | Der Aldi-Markt in Wees möchte seine Verkaufsfläche vergrößern von derzeit 800 auf 1200 Quadratmeter. Eine Möglichkeit wäre, den bestehenden Standort zu vergrößern. Favorisiert werde jedoch ein Neubau auf dem ehemaligen Gelände von Sunshine Tours, erläutert Yvonne Spring-Renken, Leiterin des Bauamts Langballig. „Eine großzügigere Ladenaufteilung, flachere Regale – die Betreiber möchten ihr Angebot ansprechender präsentieren. Das Sortiment soll nicht vergrößert werden“, erklärte Michael Eichhorn, Bürgermeister von Wees, unlängst im Glücksburger Bauausschuss.

Seine Gemeinde möchte dem Discounter grünes Licht geben. Die Landesplanungsbehörde in Kiel hat aber zuerst eine Verträglichkeitsuntersuchung angeordnet. In diesem Zuge sollen auch die Nachbarorte eine Stellungnahme abgeben. Flensburg und Langballig haben den Erweiterungsplänen schon zugestimmt. Glücksburg dagegen hat Bedenken. „Laut Landesentwicklungsplan ist eine Gemeinde nur für die eigene Versorgung zuständig“, sagte Christina Kieback (CDU). Die 2400 Einwohner von Wees bräuchten sicherlich keinen größeren Aldi-Markt.

Glücksburgs Politiker befürchten Abwanderung von Kundschaft aus Glücksburg in das 4,5 Kilometer entfernte Wees. Vor allem die Netto-Filiale an der Rathausstraße, die nur 400 Quadratmeter Verkaufsfläche hat und keine eigene Parkfläche, könnte ins Hintertreffen geraten. Der Glücksburger Edeka-Markt wird in Kürze um 450 Quadratmeter auf 2200 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern. Außerdem hat Glücksburg eine Rossmann-Filiale. Für sie könnte die geplante Veränderung in Wees relevant werden, falls auf dem frei werdenden Aldi-Areal eine Drogerie-Kette einsteigt. Eichhorn verneinte diese Möglichkeit zwar. Eine Erweiterung des benachbarten Lidl-Geschäftes, sah er als gut möglich an.

Glücksburgs Bürgermeisterin Kristina Franke hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Befürchtungen der Glücksburger Politiker bestätigt. Auswirkungen auf Glücksburg seien nicht auszuschließen, heißt es da. Außerdem werde eine Reihe von Verboten missachtet. Ein Gutachten der Weeser hingegen kommt zum gegensätzlichen Ergebnis: Es sei keine wesentliche Auswirkung auf den Glücksburger Einzelhandel zu erwarten.

Der Glücksburger Bauausschuss stimmte in seiner letzten Sitzung einstimmig dafür, den Weesern „erhebliche Bedenken“ mitzuteilen.

„Das ist ein ganz übliches Geschehen“, wiegelt Norbert Schlick, Referatsleiter in der Landesplanungsbehörde, ab. Noch liegt ihm die Beschwerde aus Glücksburg nicht vor. Auch im Amt Langballig, wo sie zuerst eingehen muss, ist sie noch nicht eingetroffen. Wenn sie bei den Kielern ankommt, passiert laut Schlick Folgendes: „Wir werden mit beiden Gemeinden sprechen, uns an einen runden Tisch setzen und versuchen, eine Lösung zu finden.“ Diese könnte über die Quadratmeterzahl erfolgen. Auch eine „interkommunale Zusammenarbeit“ oder ein „Vorteilsausgleich“ wären möglich.

An einem Teil des Weeser Gewerbegebietes, B-Plan Nummer 15, ist Glücksburg bereits beteiligt, erhält anteilig Gewerbesteuern. Die betreffenden B-Plan-Nummern 8 und 9 jedoch, die das Aldi-Vorhaben betreffen, gehören Wees allein. „Das macht es ja so schwierig“, so Kristina Franke.

Die Aldi-Immobilienverwaltung in Nortorf wollte zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Stellungnahme abgeben. „Wir bemühen uns um einen zeitgemäßen Auftritt unserer Verkaufsstelle in der Gemeinde Wees“, bestätigte der Leiter für Immobilien und Expansion, Christian Voiges.

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