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Yeah yeah yeah : Beatles for sale – Flensburger auf den Spuren der Fab Four

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Quartett „Beatles for Sale“ spielt nicht nur die Musik der Beatles, sondern erforscht sie - heute abend live

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Die dicke weiße Bibel liegt im Schuber auf dem Notenständer. Ein Wälzer mit den Noten sämtlicher Beatles-Songs. Hin und wieder schauen sie hinein, die vier gut erhaltenen Flensburger zwischen 35 und 41, die seit 17 Jahren zusammen Musik machen, und zwar mit Vorliebe die der Beatles. Deshalb hat sich das Quartett folgerichtig vor vier Jahren umbenannt und firmiert seitdem unter dem Namen „Beatles for Sale“. Am Tag der deutschen Einheit treten sie im Deutschen Haus auf.

Die Bibel hat ihre Bedeutung, denn Simon, Patrick, Malte und Dirk sind detailversessen. Sie haben den Anspruch, die Songs der fabelhaften Vier so genau wie möglich wiederzugeben. Jedes Riff, jedes Break, jeder Trommelwirbel – alles soll dem Original entsprechen. Noch immer sitzen sie oft in ihrem Proberaum draußen am Stadtrand und hören einen Song Takt für Takt durch, bis sie wissen, wie man ihn spielt. Notfalls lässt man auch mal eine Passage mit Zeitverzögerung laufen.

Die Brüder Simon und Patrick Kumpf sowie Malte Hamburg und Dirk Krausert waren bei ihrer Bandgründung zwar schon etwas älter als die Beatles. Aber sie kennen sich zum Teil aus der Schule, sind alte Freunde und immer zusammen geblieben – mittlerweile viel länger als die Beatles. Wie diese waren sie anfangs zu fünft und hatten auch einen anderen Namen: „The Five Elements“. Da spielten sie auch schon Beatles-Nummern, aber auch Elvis-Songs.

Bis sie merkten, dass die Leute eigentlich wegen der Beatles kamen. „Da haben wir die komplette Metamorphose gemacht“, sagt Simon, der den John gibt. Das hieß: klare Rollenverteilung, Anzüge und Frisuren wie die Beatles, Instrumente und Verstärker wie die Beatles. Malte (George) spielt eine Gretsch-Gitarre und eine Rickenbacker. Patrick (Paul) zupft einen Hofner-Bass – wenn auch nicht linkshändig wie das große Vorbild. Und Dirk (Ringo) hat nach langem Suchen bei Ebay ein Ludwig-Schlagzeug in Ringos Farbe gefunden. Der Name wurde geändert, gewählt wurde der Titel eines frühen Albums der Liverpooler. „Seitdem werden wir anders wahrgenommen“, sagt Simon.

Wie alle Beatles-Coverbands stehen die „Fab Flens“ vor einem immer währenden Problem. Die Songs der Beatles wurden von 1962 bis zu ihrer Auflösung 1970 immer komplexer und vielschichtiger; es gibt einige Songs, die live kaum spielbar sind – das wussten ihre Schöpfer auch, die ab 1966 keine Konzerte mehr gegeben haben. Trotzdem haben die Flensburger den Anspruch, die gesamte Bandbreite des Schaffens abzudecken. „Wir haben von jedem Album mindestens einen Song im Repertoire“, sagt Patrick. „Aber zum Beispiel auf Penny Lane verzichten wir, weil das ohne Trompete keinen Sinn macht.“

Zum besonderen Reiz der Songs gehört der dreistimmige Gesang, die oft schwierigen und sehr hohen Vokalsätze. Viele Songs werden um einen halben Ton nach unten transponiert – das hilft bei der Live-Performance. „Das haben die Beatles sogar selbst gemacht“, weiß Malte. Und die haben an den Mikros gespart; deshalb singen Patrick und Malte wie Paul und George in ein und dasselbe Mikro.

 

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