Flensburger Sparkasse : Beate-Uhse-Kredite: Untreueverfahren gegen Ex-Vorstände eröffnet

Es geht um nicht abgesicherte Kredite in Höhe von 45 Millionen Euro. Sie sollten den Aktienkurs der Beate Uhse AG stützen. Dabei sollen Verfahrensvorschriften missachtet worden sein.

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21. Juli 2015, 11:32 Uhr

Schleswig/Kiel | Vor dem Landgericht Kiel wird nun doch das Untreue-Verfahren gegen ehemalige Vorstandsmitglieder der Flensburger Sparkasse eröffnet. Das Oberlandesgericht (OLG) in Schleswig gab damit teilweise der Kieler Staatsanwaltschaft Recht, die gegen die Einstellung des Verfahrens im Juni Revision eingelegt hatte. Das teilte das OLG am Dienstag mit (Beschluss vom 20. Juli 2015, 2 Ws 192/15).

Hintergrund der Ermittlungen war der Niedergang der Beate-Uhse-Aktie. Der zeitweilige Beate-Uhse-Aufsichtsratschef Richard Orthmann soll über Scheinfirmen Kredite bei der Sparkasse mit Aktien abgesichert haben. Deren Wert fiel jedoch von 28,20 Euro kurz nach dem Börsengang auf zeitweise nur noch 33 Cent. Durch die Scheinfirmen und Strohmänner soll der Aktienkurs manipuliert worden sein. Die Transaktionen sollen laut Staatsanwaltschaft durch Kredite der Sparkasse finanziert worden sein. Hintergründe zu den Vorwürfen aus dem Jahr 2012 finden Sie hier.

Zwei der Angeklagten müssen sich nun wegen Untreue in vier besonders schweren Fällen vor der Wirtschaftsstrafkammer des Kieler Landgerichts verantworten. „Bei vorläufiger Tatbewertung ist eine Verurteilung in einer späteren Hauptverhandlung wahrscheinlicher als ein Freispruch“, begründete das OLG die Zulassung der Klage. Bei vier weiteren Angeschuldigten bestehe dagegen „keine hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Verurteilung kommen wird“.

Das OLG widersprach auch der Auffassung des Landgerichts Kiel, die Vorwürfe seien verjährt. Die Frist beginne erst mit dem Ende der Straftat, in diesem Fall im Jahr 2008.

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