Gastspiel : Bayern-Bläser heizen ein

Sorgten im Deutschen Haus für ausgelassene Stimmung: die bayerischen Musiker von „La Brass Banda“.
Sorgten im Deutschen Haus für ausgelassene Stimmung: die bayerischen Musiker von „La Brass Banda“.

Das Chiemgauer Quintett „La Brass Banda“ brachte rund 850 Gäste im Deutschen Haus ins Schwitzen

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15. November 2013, 07:40 Uhr

Für eine Ehrenurkunde des Bundessportministers hat es nicht gereicht. Die aber hätten sich die fünf Jungs von „La Brass Banda“ nach ihrem Auftritt am späten Mittwochabend im Deutschen Haus redlich verdient. Das Konzert der Chiemgauer Blasmusik-Gruppe mit ihrer Musik-Mischung aus Volksmusik, Jazz, Folk und Hip-Hop glich einer Aerobic-Stunde im Zumba-Stil – mit rund 850 Besuchern.

Und die zappelten, hüpften und wippten über zwei Stunden lang selbst in der letzten Reihe, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Sänger und Trompeter Stefan Dettl gab den Übungsleiter, Motivator und Vortänzer in einer Person und verbreitete von der ersten Sekunde an dermaßen ausgelassene Stimmung, dass dem Publikum gar nichts anderes übrig blieb als mitzumachen.

Dementsprechend fiel die Antwort aus, als Stefan Dettl mit seinem strengen bayerischen Akzent nach einer halben Stunde fragte: „Wer von euch schwitzt scho’ ?“ Fast alle streckten ihre Hände Richtung Himmel. Kein Wunder, denn keiner der Besucher trug Sportkleidung. Stattdessen kamen einige in bayerischer Tracht mit Dirndl, Filzhut und Lederhose.

Dies traute sich das „La Brass Banda“-Quintett im hohen Norden zwar nicht, aber barfuß, mit kurzen Hosen und kurzärmligen Hemden oder T-Shirts bekleidet, konnten sie modetechnisch locker mithalten.

Apropos mithalten: Die zahlreichen älteren Konzertbesucher bewiesen beim Tanzen und Singen erstaunliche Ausdauer. Doch wer glaubte, dass eine Blasmusik-Gruppe nur Rentnerpublikum anspricht, sah sich gänzlich getäuscht: Von der Zahnspange tragenden Schülerin über die jung gebliebene Mutter bis zum Senior mit graumeliertem Haar waren alle Altersgruppen vertreten – und das in nahezu gleich großen Anteilen.

Woran liegt das? „La Brass Banda spricht mit ihrer flotten Art von Musik viele junge Menschen an, aber gleichzeitig auch ältere, die gern Blasmusik hören und größeren Wert auf Qualität legen“, sagte ein 70-jähriger Besucher. Und drehte sich, in Reihe 1 neben einigen Jugendlichen stehend, gleich wieder Richtung Bühne.

Diese verließ die Band wenig später. Nicht aber, weil ihr Auftritt schon vorüber war, sondern um musizierend quer durch die Halle zu ziehen. Mit dem Ergebnis, dass selbst die letzten verbliebenen Tanz-Muffel mitwippten und ins Schwitzen gerieten.

Zwar gab es dafür keine Auszeichnung vom Sportminister, wohl aber vom Chef des Getränkestands in der Halle. „Für einen Mittwoch läuft das Geschäft richtig super.“

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