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Verkehr in Flensburg : Baustopp: Nichts geht mehr an der Ringstraße

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fehlende Qualifikation bei Fernwärmearbeiten / Stadtwerke müssen neuen Schweißbetrieb finden

Die Ringstraße bleibt Sackgasse. Weil die Bauarbeiten unter der Überführung der Eisenbahnstrecke Flensburg-Kiel zum Erliegen gekommen sind, ist die direkte Verbindung zwischen Adelby und Hochfeld bis auf weiteres unterbrochen. Und so wie es aussieht, bleibt dieser Zustand noch ein wenig so erhalten.

Seit über einer Woche ist hier Ruhe – und nicht einmal mehr für Fußgänger gibt es im Dauermatsch ein Durchkommen. Seit einigen Wochen sind Kolonnen mit dem Bau zweier Fahrbahnverengungen, vor allem aber mit dem Verlegen von Fernwärme- und Stromleitungen beschäftigt. Nach Angaben der Stadtwerke geht es um die Anbindung des 1. Bauabschnitts von Tarup Südost, wo dereinst einmal 253 Gebäude entstehen sollen. Aber die Erschließungsarbeiten kommen nicht voran.

Dafür werden zwei Ursachen angegeben. Die Stadtwerke als Bauherr haben Ärger mit einem Subunternehmer, der für die Schweißarbeiten an den im Bahnbereich vorgeschriebenen stärker ummantelten Fernwärme-Rohren nicht das erforderliche Zertifikat hat. Das teilte Unternehmenssprecher Peer Holdensen auf Anfrage mit. „Im Bereich der Bahnunterführung an der Ringstraße wird unsere Fernwärmeleitung auf Verlangen der Deutschen Bahn in einem speziellen Schutzrohr verlegt. Für die Schweißarbeiten wurden uns Auflagen vorgegeben, die unter anderem eine gesonderte Dokumentation der Schweißarbeiten fordern“, so der Stadtwerke-Sprecher.

„Die von uns beauftragte Tiefbaufirma hat diese Schweißarbeiten an einen Subunternehmer vergeben, der die in diesem Fall geforderten Zertifikate auch auf mehrmalige Nachfrage nicht vorlegen konnte.“

Um Zeitverzug zu vermeiden, seien andere Aufgaben vorgezogen worden. Der Radweg nämlich, der westlich des Tunnels in Richtung Tastrup führt. Der ist zwar angesichts der Dauersperrung momentan nicht von Nutzen, aber wenigstens wurde die Zeit genutzt. „Die Gesamtbaustelle ist noch nicht im Verzug“, so Holdensen.

Aber darauf läuft wohl alles hinaus. Denn der für Bauarbeiten unter Bahnbauwerken erforderliche Gestattungsvertrag für die Stromquerung ist noch nicht unterschrieben. „Der liegt bereits seit einem halben Jahr bei der Bahn vor – aber in trockenen Tüchern ist noch nichts.“

Dem widerspricht Bahnsprecherin Angelika Theidig. „Aus unserer Sicht sind bereits im Oktober alle Voraussetzungen erfüllt gewesen“, sagt sie. Die Stadtwerke hatten im März um Erlaubnis für die Baumaßnahme ersucht. Weil aber nach gutachterlicher Überzeugung die von den Stadtwerken beabsichtigte tiefe Verlegung der Fernwärmeleitungen die Standsicherheit der Brücke gefährdet hätte, musste nachgebessert werden – das sei bis Oktober geschehen. Die Verzögerung habe sich die Bahn nicht zuzuschreiben.

Die Stadtwerke hoffen, dass sie in spätestens zwei Wochen weiterarbeiten können. Holdensen zufolge soll ein geeignetes Unternehmen gefunden worden sein. Mit etwas Glück ist das bis zum Jahresende erledigt.

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