Flensburg-Mürwik : Baulücke am Twedter Plack: Es kommt noch mehr Gewerbe

Baurecht für noch mehr Gewerbe: In der durch Abriss der Reihenhäuser entstandenen Lücke soll ein neues Gebäude entstehen.
Baurecht für noch mehr Gewerbe: In der durch Abriss der Reihenhäuser entstandenen Lücke soll ein neues Gebäude entstehen.

Planungsausschuss erlaubt Schließung einer gerade entstandenen Baulücke / Kritik an Steigerung des Wettbewerbs

shz.de von
03. Juli 2015, 07:44 Uhr

Am Ende war es eine klare Sache, die Fraktionen hatten sich festgelegt: Die gerade erst entstandene Baulücke am Twedter Plack soll bald wieder geschlossen werden. Die Argumente der Kritiker im Umwelt- und Planungsausschuss verfingen nicht.

Es wäre eine Chance gewesen, im geschäftigen Zentrum Mürwiks einen großen Wurf zu landen und die beiden Kerne des Stadtteilzentrums zu fusionieren. Kunden und Besucher der Läden, Bäckereien, Arztpraxen, Apotheken und Bankfilialen mussten und müssen zu den beiden gerade neu eröffneten Einkaufsmärkten ein kleines Stück Weg zurücklegen – und nutzen gerade bei schlechtem Wetter dafür das Auto. Durch den Abriss der in die Jahre gekommenen Reihenhäuser Friedheim 4 bis 6 waren plötzlich Sicht und kurzer Weg zwischen beiden Kernen frei. Doch diese Situation wird sich schon bald ändern: Mehrheitlich gab der Ausschuss Grünes Licht für ein allein stehendes Gebäude, das gewerblich genutzt werden soll.

Zwar kann man vom Nospa-Haus kommend an dem Gebäude vorbeigehen, doch stößt man dann auf den geplanten zweigeschossigen Neubau (Aldi alt), der deutlich länger wird als das gerade abgerissene alte Gebäude. Besser als vorher bleibt die fußläufige Verbindung dennoch: Der neue Zebrastreifen und der deutlich Richtung Plack verlegte Parkplatz der Einkaufsmärkte erleichtern und verkürzen den Weg.

Die Bedenken im Ausschuss fokussierten sich allerdings auf ein anderes Problem. FDP-Vertreter Kim Harder, selbst gewerblicher Anlieger am Plack, führte mehrere Leerstände an, die auf eine Überversorgung mit gewerblichen Flächen hinweisen würden. Wenn jetzt weitere Flächen dazu kommen, würde sich die Lage verschärfen.

Doch auch er beklagte „die zugebaute Sichtbeziehung“. Im Zuge der Neuplanung des Einkaufszentrum hätte die Hauptachse Marrensdamm über die Straße Friedheim hinaus verlängert werden müssen, so Harder. Das jetzige Ergebnis sei „keine Stadtplanung“, sondern – wie SSW-Vertreter Glenn Dierking ergänzte – eine „Zufallsplanung“. Die WiF-Vertreter im Ausschuss kritisierten zudem das Planungsrecht, weil für das neue Haus nicht der Bebauungsplan gelte, der für die Einkaufsmärkte galt; stattdessen wurde dieses Gebäude in einem vereinfachten Verfahren nach Paragraph 34 Baugesetzbuch genehmigt. „Dadurch“, so Teichmann, „kann dieses Grundstück viel intensiver bebaut werden als die anderen Flächen.“

Doch alle diese Argumente verfingen nicht bei den Vertretern von SPD, CDU und Grünen. Deren Vertreter Stefan Thomsen bemängelte jedoch die geringe Zahl an Fahrrad-Abstellplätzen am neuen Edeka-Markt.

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