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Flensburger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 13:41 Uhr

Gelting : Bauern bündeln ihre Kräfte

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach einer Fusion gibt es nur noch vier Ortsverbände in Ostangeln.

Der Bezirksbauernverband Ostangeln hat sich personell neu aufgestellt und an der Spitze auch Nachwuchskräfte integriert. Zugleich fusionierten in der jüngsten Mitgliederversammlung in Gelting die Ortsverbände Gundelsby und Ruhkrog-Buckhagen-Hasselberg. Zum Vertrauensmann des neuen Ortsverbandes wurde Reinhard Henningsen (Kisperhy) gewählt. Im Ortsverband Gelting steht jetzt Henning Suder in der Verantwortung. Er trat damit in die Fußstapfen seines Vaters Peter Suder. Auch die beiden anderen Ortsverbände haben neue Obleute: Martin Lorenzen in Rabenholz-Schörderup und Karsten Siewertsen in Pommerby-Nieby-Kronsgaard.

Nach diesen Wahlen eröffnete der Bezirksvorsitzende Malte Jacobsen, seines Zeichens auch Bürgermeister von Pommerby, die eigentliche Hauptversammlung. Dem Verband Ostangeln gehören derzeit 70 Landwirte an. Zu Gast waren Kreisgeschäftsführer Jens Rosenplänter und die Kreisverbandsvorsitzende Karen Franzen. In offener Abstimmung wählten die Mitglieder einmütig Malte Jacobsen erneut zu ihrem Vorsitzenden. Seine beiden Stellvertreter sind nun Martin Lorenzen und Henning Suder.

Im Fokus der nachfolgenden Fachdiskussion stand die Neuregelung der Düngeverordnung, die Anfang Juni in Kraft getreten ist. Diese Novelle beinhaltet schärfere Vorschriften zugunsten des Gewässerschutzes und der Reinhaltung der Luft. Das sogenannte „Dünge-Paket“, mit dem in Deutschland die EG-Nitratrichtlinie umgesetzt werden soll, schützt vor Überdüngung und sieht vor, dass der Dünger die Pflanzen erreicht, aber nicht im Grundwasser landet.

Für die Ostangelner Bauern steht außer Zweifel: Die Düngepraxis wird durch diese Neuregelung erheblich verändert, denn sie hat Auswirkungen auf die Machbarkeit im landwirtschaftlichen Alltag. Fest steht, dass die bisher gültige Düngeverordnung des Bundes grundsätzlich das Aufbringen von Gülle und Jauche auf Ackerland vom 1. November bis 31. Januar eines jeden Jahres untersagt. Grünland darf ab 15. November bis Ende Januar nicht gedüngt werden. Gülle und andere stickstoff- und phosphat-haltige Düngemittel dürfen auch dann nicht aufgebracht werden, „wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder höher als fünf Zentimeter mit Schnee bedeckt ist“, so die Vorschrift.

Jens Rosenplänter erklärte bezüglich der Neuregelung, ihn störe der komplizierte „bürokratische Unterbau“ des Ganzen. Die Landwirte würden gezwungen, über die Inhaltsstoffe der organischen Dünger genau Buch zu führen und Beschränkungen in der Fruchtfolge zu berücksichtigen. Wetterbedingte Schwierigkeiten – sprich die andauernde Nässe – hätte in diesem Jahr ohnehin die Düngung teilweise unmöglich gemacht.

Karen Franzen monierte, dass den Bauern häufig pauschal vorgeworfen werde, für den Eintrag von Phosphaten in Seen und das Grundwasser verantwortlich zu sein. In Wirklichkeit seien meistens überlaufende Kläranlagen schuld an der Überdüngung.

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