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Erneuerung der Bahnhofstrasse : Bauen mit dem Mut zur Lücke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der SBV startet Umsetzung der Bebauung an der Bahnhofstraße. Die Fahrschule Simonsen will nach wie vor nicht verkaufen.

shz.de von
erstellt am 13.Mär.2015 | 14:30 Uhr

Flensburg | Es bleibt dabei – zumindest vorerst: Die Erneuerung der Bahnhofstraße kann nach derzeitigem Stand nicht in einem Stück erfolgen. Zwischen der Stadt und dem Selbsthilfebauverein (SBV) auf der einen und der Fahrschule Simonsen auf der anderen Seite gibt es noch keine wirkliche Annäherung. Das bedeutet, dass vorerst nur der erste Bauabschnitt zwischen Munketoft und Fahrschule umgesetzt werden kann. Wenn alles klar geht, könnte im November Baubeginn sein, und das erste Gebäude soll dann Ende 2016 bezogen werden.

„Es geht los!“, verkündete Raimund Dankowski, Chef des Selbsthilfe-Bauverein, gestern in unmittelbarer Nachbarschaft des Grundstücks. Seit wenigen Wochen weiß man, was gebaut werden soll. Das Kopenhagener Büro Adept hatte den Architektenwettbewerb gewonnen, der SBV hat versprochen, ihn auch umzusetzen. Jetzt muss ein Bauantrag geschrieben werden. Dabei setzen die Beteiligten auf ein Entgegenkommen der Stadt bei den Abstandsflächen und den Stellplätzen. Denn an der Bahnhofstraße geht es um urbanes Wohnen, und das heißt Bauen auf kleiner Fläche. Geplant ist, mit dem Neubau an der Munketoft-Seite recht nah an den bestehenden Neubau „Vividomo“ heranzurücken, der seit Herbst von Studenten, Auszubildenden und Schülern bewohnt wird.

Doch die jungen dänischen Adept-Architekten haben einen fachkundigen Partner an ihrer Seite. Ausgerechnet Asmussen & Partner, die im Finale des Wettbewerbs gegen Adept den Kürzeren zogen, übernehmen die konkrete Umsetzung des konkurrierenden Entwurfs, weil es schwer ist, den komplexen Bau auf schwierigem Grund (Mühlenteich!) von Kopenhagen aus zu steuern. „Wir passen aber auf, dass alles so gebaut wird, wie wir uns das gedacht haben“, sagt Dorthe Børresen mit leichtem dänischen Akzent und strahlendem Lächeln. „Wir freuen uns sehr, dass wir zum ersten Mal in Flensburg bauen dürfen.“

Damit die Häuser, die sich Dorthe Børresen und Anders Lonka ausgedacht haben, auch Bestand haben und den Gesetzen der Schwerkraft genügen, haben sie sich die Statiker des europaweit tätigen Unternehmens Grontmij – ebenfalls erstmals in Flensburg aktiv – mit ins Boot geholt.

Wie berichtet, plant die Stadt die vollständige Neugestaltung der Bahnhofstraße von der Helenenallee bis Munketoft. Der SBV will hier über 100 Wohnungen über einer durchgehenden Tiefgarage bauen und zudem die Tochterfirma SBV-Immobilienmanagement unterbringen. Der Abschnitt bis zur Fahrschule soll 2017 komplettiert werden. Wenn dann noch keine Einigung über den Ankauf des Grundstücks der Fahrschule erfolgt ist, werde man an der Ecke Helenenallee weiter machen und sich der Fahrschule von Norden nähern, so Dankowski. Hier muss allerdings zuvor ein neuer Standort für die städtische Kita Schwedenheim gefunden und ein neues Haus gebaut werden. Die Entscheidung hierüber stehe noch aus, und Flensburgs Chefplaner Peter Schroeders zeigte sich gestern sehr zurückhaltend zur Frage, wie sie ausfallen könnte.

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