Fahrensodde : Bauen am Wasser: Rathaus geht baden

Die DLRG kann auf dem Dantronik-Grundstück bleiben:  Pläne für Luxuswohnungen in Fahrensodde (Gelände-Überblick kleines Foto) fanden keine Mehrheit. Foto: Euler
Die DLRG kann auf dem Dantronik-Grundstück bleiben: Pläne für Luxuswohnungen in Fahrensodde (Gelände-Überblick kleines Foto) fanden keine Mehrheit. Foto: Euler

Kleiner Rückschlag für die Siedlungsvorsorge. In Fahrensodde wird nicht dicht am Wasser gebaut. Die Verwaltung ging mit ihrem Antrag im Planungsausschuss baden.

shz.de von
16. April 2009, 11:57 Uhr

Flensburg | Gut möglich, dass Frank Rolfes als Fachbereichsleiter damit nicht unbedingt gerechnet hatte. Immerhin hatte die AG Siedlungsvorsorge, in der Politik und Verwaltung die letzten besiedelbaren Flächen der Stadt auf ihre Eignung prüfen, Ende Februar grünes Licht gegeben. Durch eine Änderung des Flächennutzungsplanes Fahrensodde sollten formal die Voraussetzungen geschaffen werden, über zusätzliche Wohnbebauung auf dem Grundstück der ehemaligen Dantronik/Dasa-Immobilie nachzudenken.

Zu Rolfes Leidwesen hatten drei Fraktionen daran überhaupt kein Interesse. SSW, WiF und Grüne ließen die Verwaltung auflaufen. Die Änderung des Flächennutzungsplanes wurde mit 6:5 Stimmen abgelehnt.

Die Front der Ablehnenden schoss sich auf eine unbestreitbare Schwachstelle in Fahrensodde ein: der Twedter Strandweg, über den allein zwei Segelclubs und die Ferienhäuser am Hang erschlossen werden. SSW-Ratsherr Glenn Dierking prophezeite chaotische Verhältnisse, wenn dort unten 50 zusätzliche Wohneinheiten gebaut würden. Letztlich würde das zu der Konsequenz führen, zur Entlastung des Strandweges eine Serpentine in den Hang zu bauen und diesen dann vollständig zu zerstören.
Den Strandfrieden wahren
Uwe Lorenzen (Grüne) merkte an, dass dort geplante Wohnungen wohl kaum unter die Rubrik sozialer Wohnungsbau fallen würden. Den Zweitwagen-Faktor siedelte er bei 70 Prozent an. "Zur Wahrung des Strandfriedens sollten wir das ablehnen!"

Auch Jörg Pepmeyer (WiF) konnte sich für eine Wohnbau-Erschließung nicht erwärmen. Wie zuvor Glenn Dierking vermisste er ein bündiges Konzept für die Siedlungsvorsorge: "Was wir hier machen sollen, ist auf Zuruf zustimmen." Demgegenüber hatten sich SPD und CDU auf der zustimmenden Seite in Position gebracht. Stephan Menschel (SPD) erinnerte daran, dass die Suche nach Siedlungsquartieren bislang eher vom Gedanken des "Lasst-uns-mal-woanders-Suchens" geprägt worden sei. Die SPD könne sich grundsätzlich ein Wohnquartier an dieser Stelle jedenfalls vorstellen. Frank Markus Döring (CDU) warb eindringlich dafür, der Verwaltung die Mittel an die Hand zu geben, die Voraussetzungen für eine Besiedelung wenigstens zu prüfen. "Wir waren uns nach Tarup-Süd doch einig darüber, dass Schluss sein soll mit der Stadtrand-Zersiedelung", meinte Döring. Dass in Fahrensodde Probleme drohen, dürfe kein Grund sein, gar nicht erst nachzudenken. "Das ist unseriös!"

Auch Fachbereichsleiter Frank Rolfes hatte sich nochmals in die Schlacht um Fahrensodde geworfen. Die Aktualisierung des Flächennutzungsplanes sei das Siedlungskonzept, sagte er. Es gehe nicht darum, eine Trasse in den Berg zu bauen, sondern darum, einen Fuß- und Radweg anzulegen. Flensburg benötige mittelfristig 5000 Wohneinheiten. "Wenn wir es nicht schaffen, Flächen anzubieten, dann werden diese Wohneinheiten woanders gebaut. Dann wird diese Entwicklung im Umland stattfinden."

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