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Barrierefreier Weihnachtsmarkt? Ein Rollstuhlfahrer testet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rollstuhlfahrer testet, wie zugänglich der Weihnachtsmarkt auf dem Südermarkt und der Holm für Menschen mit Behinderung sind

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Der Flensburger Weihnachtsmarkt ist in vollem Gange und fungiert wieder einmal als Besuchermagnet – sowohl für Flensburger als auch für Menschen aus dem Umland und für dänische Gäste. Auch für Personen mit einer Behinderung ist der Markt ein besonderes Event, das immer einen Besuch wert ist. Marcus Rieth ist seit einigen Jahren auf den Rollstuhl angewiesen und hat in der Vergangenheit die Erfahrung machen müssen, dass nicht jeder Stand auf dem Südermarkt komplett barrierefrei ist.

„Gerade die Holzspäne, mit denen der Untergrund ausgelegt ist, machen es schwer, mich ohne Hilfe fortbewegen zu können. Außerdem sind Stufen, die man hin und wieder bewältigen muss, um einen Stand zu erreichen, „natürlich ein Ausschlusskriterium für mich“, berichtet der 40-Jährige. Diese Probleme seien aber von Behinderung zu Behinderung unterschiedlich schwerwiegend, sodass es auch Rollstuhlfahrer geben könne, die sich recht frei auf dem Markt bewegen. Kurzerhand hatte Marcus Rieth Kay Richert von der FDP auf seine Problematik aufmerksam gemacht, der wiederum eine Art Probe aufs Exempel anberaumte. Zu dieser war auch Gorm Casper von der Tourismus Agentur Flensburger Förde (Taff) als Hausherr des Weihnachtsmarkts geladen.

„Wir sind uns der Erschwernisse bewusst. Ich möchte aber auch betonen, dass es schon Aktivitäten hin für einen barriereärmeren Weihnachtsmarkt gegeben hat. Wir nehmen aber alle Anregungen zur Kenntnis und werden versuchen, für das kommende Jahr noch mehr umzusetzen“, sagt Casper.

Für Marcus Rieth ist der Weihnachtsmarkt aber bei weitem nicht das einzige Problem in der Innenstadt, mit dem er im Rahmen seiner Behinderung zu kämpfen hat. „Es gibt in der Fußgängerzone genau einen Geldautomaten, den ich nutzen kann, ohne mich in die Gefahr begeben zu müssen, aus dem Rollstuhl zu fallen“, sagt Rieth. Trotz Anfrage zur Verbesserung hat sich dem 40-Jährigen zufolge daran aber leider noch nichts geändert.

Annelie Petersen, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Flensburg, weiß von diesen Schwierigkeiten, hebt aber auch heraus, dass die Innenstadt in Bezug auf die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Vergangenheit schon einen großen Schritt voran gekommen sei.

„Unter dem Motto ,Ein Flensburg für alle’ sind viele Geschäfte in der Innenstadt mittlerweile schon barrierefrei oder zumindest barrierearm und dementsprechend mit dem sogenannten „Flensburger Plus-Punkt“ gekennzeichnet. Es gilt natürlich trotzdem, diesen Ansatz weiter zu verfolgen, damit in Flensburg alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, gut leben können“, sagt Petersen.

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