Kita Marientreppe in Flensburg : Bank-Chefs im Kinderhaus

Ran an Pinsel und Farbe: Simone Wehlings, Torben Exner und Sabine Hille (v. li.) bewährten sich in ungewohnter Rolle.
Ran an Pinsel und Farbe: Simone Wehlings, Torben Exner und Sabine Hille (v. li.) bewährten sich in ungewohnter Rolle.

Filialdirektoren verschönern Krippenraum und Flure

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04. November 2017, 07:01 Uhr

Eine Begegnung der besonderen Art. Gestern früh verließen 14 Filialdirektoren der Deutschen Bank aus dem gesamten Schleswig-Holstein ihren Schreibtisch und strömten nach Flensburg, um dem Kinderhaus an der Marientreppe zu neuem Glanz zu verhelfen. Im Gepäck hatten sie zudem einen Scheck über 1100 Euro für Renovierungsmaterial. Dann stiegen sie aus dem Anzug, griffen zu Pinsel und Farbe, rein in die Malerklamotten – und ran an die Arbeit.

Hausmeister Martin Brinckmann war an diesem Tag der Chef, er organisierte und delegierte die einzelnen Tätigkeiten, und die Direktoren – davon drei weibliche – ließen sich bereitwillig anleiten. Dabei hatten beileibe nicht alle zwei linke Hände. Besonders handwerklich begabte Banker schafften es sogar, Plissees passgenau anzubringen. Gar nicht so einfach! Der Rest verpasste den Wänden im Krippenraum und in den Fluren einen farbenfrohen Anstrich.

Sehr zur Freude von Kita-Leiterin Martina Krohn-Haut. „Das passt ganz wunderbar“, sagte sie. „Wir alle sind von dem sozialen Engagement begeistert.“ Für sie und ihr Team war es eine Herausforderung, die Arbeiten von dem laufendem Betrieb abzukoppeln. 70 Kinder zwischen einem und zwölf Jahren kommen regelmäßig an die Marientreppe. „Wir haben die zehn Krippenkinder und deren drei Betreuer kurzerhand in den Bewegungsraum geschickt“, sagt die 57-Jährige. Somit war gewährleistet, dass niemand dem anderen auf die Füße trat.

Der Pädagogin ist wichtig, dass neben der körperlichen Arbeit auch ein Gedankenaustausch zwischen den Beteiligten stattfindet. Das kann Markus Utech, seit einem Jahr Filialleiter der Bank an der Rathausstraße nur unterstreichen. Schließlich trägt die Aktion den Namen „Social Days“. „Wir wollen nicht anonym einen Scheck abliefern“, betont der 39-Jährige. „Und als Eltern wissen wir auch, wie wichtig eine schöne Umgebung ist, damit Kinder sich wohlfühlen können.“ Marktgebietsleiterin Simone Wehlings (43) ergänzt: „Für uns ist es auch schön, mal aus dem Alltag raus zu sein. Und wie oft erleben wir zu so einem Anlass, wie gut es einem geht.“ Die Bank räumt ihren Mitarbeitern dafür einen freien Tag ein.

Das Kinderhaus Marientreppe ist eine Einrichtung des Deutschen Kinderschutzbundes, die bereits 1839 gegründet wurde. „Uns ist eine alltagsorientierte Sprachförderung sehr wichtig“, sagt Martina Krohn-Haut. Das betrifft in diesen Tagen natürlich besonders viele junge Menschen mit Migrationshintergrund.

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