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Sommerspektakel : Ballwerfer retten Faber vor Hafenbad

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburg gewinnt Stadtwette der NDR-Sommertour / Moderatoren gingen baden, der Oberbürgermeister bedankte sich bei den Aktiven

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2014 | 08:05 Uhr

Um 19.32 Uhr begann das große Zittern für Simon Faber. Vorsorglich hatte er einen schon etwas älteren Anzug gewählt bei diesem repräsentativen Termin. Mit dem wäre er auch in den Hafen gestiegen – wenn Flensburg die Wette verloren hätte. Hat Flensburg aber nicht. Vor den Augen des norddeutschen Fernsehpublikums bewiesen die Flensburger und ihre Besucher, dass nicht nur die SG-Profis ins Tor treffen können. Nicht nur 4000 – wie gefordert – sondern fast alle 5000 Bälle landeten bei der Stadtwette der NDR-Sommertour am Sonnabend in den drei an der Hafenspitze aufgebauten Toren. Und so musste am Ende nicht der Oberbürgermeister, sondern das Moderatorenduo ins Wasser.

„Diese Aktion ist klasse für Flensburg“, sagte ein erleichterter OB nach der Wette. Er hatte die Urkunde über die gewonnene Wette dabei, für die jetzt ein Platz im Rathaus gefunden werden muss. Die Szenerie am Hafen, die begeisterten Menschen, das tolle Wetter – besser könne sich Flensburg eigentlich kaum präsentieren, so Faber.

Einige tausend Menschen drängten sich am frühen Abend des Sonnabends rund um die Hafenspitze. Kinder tobten in einer riesigen Hüpfburg, Menschen ließen sich mit NDR-Logo fotografieren, immer wieder kreuzten Boote in die Hafenspitze. Ein Sommerabend wie aus dem Bilderbuch.

Ein Tor stand auf dem unteren Teil der Treppe, zwei weitere schaukelten munter auf Pontons im Wasser. An Land gab es fünf Korridore, die auf die Torecke zuführten: drei für Erwachsene, einen für Kinder und einen für Helden. Hier warfen die Champions-League-Gewinner Jacob Heinl, Hampus Wanne und Dierk Schmäschke, letzterer gehandicappt durch den Pokal, den er auf der Schulter trug, reihenweise kleine Schaumstoffbälle in blau und orange in ihr Tor. Verstärkung bekamen sie von einigen Jugendspielern der SG Flensburg-Handewitt. Die 5000 federleichten Schaumstoffbälle – Durchmesser sechs Zentimeter– hatte der Sponsor VR-Bank Flensburg-Schleswig organisiert.

Bei der Generalprobe landeten gerade mal 2400 Bälle im Tor. „Zwischendurch wurde mir schon etwas mulmig“, gestand Faber hinterher. Der Zwischenstand von 2000 nach sieben Minuten entspannte ihn etwas. An jedem Tor stand eine aufmerksame Person mit einer kleinen Zählmaschine, für jeden Ball hinter der Torlinie gab es einen Klick. Das offizielle amtliche Endergebnis wurde dann gar nicht mehr verkündet – zu offensichtlich war der Flensburger Sieg. Nur einige wenige Bälle waren den Keschern der Angler des Vereins Petri heil entkommen, die in Wathosen im Hafen standen und Fehlwürfe einsammelten, um sie der Phalanx der Aktiven erneut zu überlassen.

Entspannt und zufrieden mit dem Verlauf der Ballwurf-Wette war nicht zuletzt Rene Lewing von der städtischen Ordnungsbehörde. „Wir müssen schon aufpassen, dass es nicht aus dem Ruder läuft“, hatte er eine Stunde zuvor gemahnt. Das Gedränge war dann auch enorm, wurde aber nie bedrohlich. NDR-Moderatorin Verena Püschel erinnerte in der Live-Moderation die Werfer daran, die offiziellen Rücklaufzonen zu nutzen. So hatte alles seine Ordnung, und Flensburg am Ende gesiegt.

Wer sich mehr für Popmusik als für fliegende Bälle interessierte, kam ab 22 Uhr auf seine Kosten. Da rockte die von Föhr stammende Popband Stanfour die Hafenspitze, die mit „Wishing you well“ einen Riesenhit hatte.

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