Verkehr in Flensburg : Bahnradweg: Stadt plant weiter

Sechs Kilometer vom Südende der Nikolaiallee bis zur Werftstraße im Norden. Eine Potenzialanalyse ergab 7900 Fahrten pro Tag.
1 von 2
Sechs Kilometer vom Südende der Nikolaiallee bis zur Werftstraße im Norden. Eine Potenzialanalyse ergab 7900 Fahrten pro Tag.

Wirtschaftsminister müsste langfristig Zwischennutzung erlauben – Gespräch mit OB Lange am 3. Mai

shz.de von
23. April 2018, 06:55 Uhr

Auch nachdem der Kieler Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) des Entwidmungsverfahren für die Gleise zum Zob und zum Hafen gestoppt hat, will die Stadt Flensburg weiter an ihren Planungen für einen schnellen Radweg auf der Bahntrasse ab Weiche 120 (Höhe Nikolaiallee) bis zum Hafen festhalten.

Am 3. Mai hat Oberbürgermeisterin Simone Lange einen Termin mit dem Wirtschaftsminister, wo neben der ebenfalls in Kiel umstrittenen Planung für das Hafen-Ostufer auch die City-Gleise Thema sein sollen. Lange sagt, man müsse die Stilllegungsfrage differenziert sehen: „Ab Zob Richtung Norden könnte man entwidmen. Und wenn der Wirtschaftsminister sich einen künftigen Bahnbetrieb offenhalten möchte, werden wir bitten, eine Zwischennutzung zuzulassen.“ Diese müsse allerdings realistischerweise nicht fünf, sonder 15 bis 20 Jahre betragen, wenn eine Radwegplanung, wie die Stadt sie anstrebt, überhaupt Sinn machen soll.

Frank Axen, der in der Stadt die strategischen Verkehrsprojekte verantwortet, äußerte sich im jüngsten Planungsausschuss deutlicher: „Es ist befremdlich, dass das Land aktiv wird gegen den Willen der Stadt, gegen einen offiziellen Ratsbeschluss.“

Was die Stadt wundere: Dass es ein Verkehrsbedürfnis gebe, die Hafengleise zu betreiben, also die Schienen nördlich der Zob-Kreuzung zu beiden Seiten des Hafens. Die beiden Bahnbetreiber NEG (Niebüll) und „Freunde des Schienenverkehrs Angeln“ hätten Klage gegen das Entwidmungsverfahren eingereicht. Im Bereich des Hafens gibt es offenbar nur ein Stilllegungsverfahren für das Westgleis. Die Entwidmung sei damit für fünf Jahre endgültig erledigt, glaubt Axen. Deshalb hofft die Stadt jetzt auf eine Einigung mit dem Land auf einen langen Zwischennutzungszeitraum. Axen: „Wir können nicht mit Millionen planen, wenn wir das nach zehn Jahren wieder einreißen.“

Till Fuder, Klimaschutzmanager der Stadt, berichtete im Ausschuss über Untersuchungen zur technischen Machbarkeit eines Rad- und Fußwegs auf den Hafengleisen. Die Breite der Gleisanlagen liege zwischen 15,50 Metern an den Süderhofenden und Engstellen wie mit 3,30 Metern auf Höhe Mitsubishi. Solche Engpässe über kurze Strecken seien akzeptabel. Zur Länge von rund drei Kilometern vom Wilhelminental bis zur Nordstraße denkt die Stadt an Verlängerungen über die Nikolaiallee Richtung Weiche und über das westliche Hafengleis bis zur Gasstraße. Fuder: „Die Nikolaiallee entspricht baulich einem Bahndammradweg.“ Und mit einer Gesamtlänge von sechs Kilometern zwischen Nikolaiallee und der Gasstraße am westlichen Fördeufer sei solch ein Radweg lang genug. Ohnehin prüfe die Deutsche Bahn die neun Brückenbauwerke in diesem Monat turnusmäßig. Fuder: „Wir müssen die Ergebnisse abwarten.“

Jetzt geht es vor allem um Fördermöglichkeiten. SPD-Fraktionschef Helmut Trost zeigte sich optimistisch: „Die Diskussion ist nicht beendet, sondern nimmt Fahrt auf.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen