Bahnhofsviertel im Visier der Planer

Leerstände gibt es auch im Ensemble der Bahnhofsgebäude. Foto: Jol
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Leerstände gibt es auch im Ensemble der Bahnhofsgebäude. Foto: Jol

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26. August 2010, 06:55 Uhr

Flensburg | Die Stadt erwägt, den gesamten Talraum nördlich des Bahnhofgeländes vollständig zu überplanen. Was im Einzelnen in dem weitläufigen Areal zwischen den Hängen der Schleswiger Straße, der Südstadt hinter dem Bahnhof und des Sandbergs (Campus) bis hin zur Peelwatt-Brücke geschehen soll, was abgerissen oder neu gebaut werden soll, ist noch völlig offen. Doch mit dem Ziel, für das Gebiet einen Rahmenplan aufzustellen, begreift die Stadt diesen Teil der Innenstadt erstmals einen zusammenhängenden Planraum.

Und der ist sehr heterogen. Dazu gehört der Bahnhof mit seinen Gleisanlagen und dem immer geringer werdenden Flächenbedarf. Entscheidend bei dem bevorstehenden Prozess seien denn auch die Konversionsflächen der Bahn, sagte Sanierungschef Helmut Pagel am Dienstag im Planungsausschuss. So hat die Bahn erst im letzten Jahr das Gelände des früheren Bahnbetriebswerks unterhalb der Straße Peelwatt völlig freigeräumt und planiert. Dort liegen einige Hektar Land völlig ungenutzt brach.

Zum Planraum gehören auch der Güterbahnhof, in den erst kürzlich ein Elektrobetrieb gezogen ist, und das Kühlhaus, das seit über zehn Jahren als Kulturzentrum genutzt wird, nebst angrenzenden Flächen. Über das so genannte "Güterbahnhofstal", das bis zur Peelwatt-Brücke reicht, halten bereits Naturfreunde ihre schützende Hand. Auf dem Gelände des früheren Bauhofs wird das Wohnprojekt "Freiland" geplant und hat kürzlich das Okay der Stadt erhalten. Das alte Hallenbad steht leer und wartet auf Abriss oder eine neue Nutzung. Und nicht zuletzt liebäugelt die Stadt schon lange mit einer Neugestaltung des Bahnhof-Vorplatzes und einer insgesamt besseren räumlichen Anbindung des Bahnhofs an die Innenstadt. Und all dies liegt in dem neuen Planraum, der, so Pagel, vielleicht bald ein förmlich festgelegten Sanierungsgebiet sein wird.

Ein erster Schritt dazu wären vorbereitende Untersuchungen, ob die Einstufung als Sanierungsgebiet überhaupt möglich sind. Die Landesregierung prüfe bereits, ob Zuschüsse aus Städtebauförderungsmitteln für ein bis zwei Jahre möglich sind. Ziel wäre ein Rahmenplan, der die weitere Entwicklung in diesem Gebiet festlegt. "Bestehende Initiativen sollen aber nicht behindert werden", gelobte Pagel mit Blick auf die gerade erst erfolgte Umnutzung des Güterbahnhofs und das Projekt "Freiland". Der gesamte Planungsprozess erfolgt in enger Abstimmung mit den Grundstückseigentümern, mit der Bahn und der Öffentlichkeit. Im Herbst soll die Ratsversammlung förmlich entscheiden, welcher Weg zum Sanierungsgebiet Bahnhofstal beschritten werden soll.

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