Flensburger Hauptbahnhof : Bahnhofsköpfe in der Terrakotta-Werkstatt

Mit Patient: Malaika Krohn.
Mit Patient: Malaika Krohn.

Restauratorin Malaika Krohn hat elf der 15 maroden Terrakotta-Verzierungen von der Frontfassade entfernt

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01. Februar 2018, 15:47 Uhr

Ab sofort ist der Flensburger Bahnhof kopflos – jedenfalls fast. Die Restauratorin Malaika Krohn hat elf der 15 maroden Terrakotta-Verzierungen von der Frontfassade entfernt und wird sie jetzt in ihrer Werkstatt in Timmendorfer Strand aufarbeiten.

Seit Jahren bröselten die rund 90 Jahre alten Figuren des Bildhauers Richard Kuöhl vor sich in und fielen portionsweise zu Boden. 2017 dann hatte die Deutsche Bahn ein Erbarmen und beauftragte Malaika Krohn mit der Restaurierung. Zusammen mit ihrem Kollegen Bruno Piek aus Köln rückte sie den grauen Häuptern in dieser Woche mit Hilfe eines Hubsteigers zu Leibe. „Es war nicht einfach, sie von den Metallverankerungen zu bekommen“, sagte sie. Zum Teil mussten die Figuren aufgebohrt werden. Zwei habe man heil und komplett abnehmen können, die anderen nur unter Inkaufnahme von Materialverlust.

Jetzt wird die Restauratorin die Köpfe in ihrer Werkstatt aufarbeiten, die Scherben zusammenfügen, fehlendes Material ergänzen und Retuschierungen vornehmen. Gegen Ende des Sommers, so schätzt sie, werden die ernst dreinblickenden Figuren dann wieder die Fassade des Flensburger Bahnhofs zieren – dann jedoch auf neuen Verankerungen aus rostfreiem Stahl.

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