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Flüchtlingsankunft Flensburg : Bahnhofs-Spielkiste sorgt für Freude

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Über 1000 Flüchtlinge passierten am Wochenende Flensburg. Ehrenamtliche und hauptamtliche Strukturen sind verbessert worden.

Auch dieses Wochenende war Flensburg wieder Durchgangsbahnhof für gut 1000 Flüchtende auf dem Weg nach Norden. Nach Angaben von Kay Jürgensen von der Berufsfeuerwehr, die am Bahnhof den Leitungsdienst koordiniert, mussten rund 180 Menschen in Flensburg ein nächtliches Notquartier beziehen, weil die Weiterfahrt nach Norden erst gestern Morgen möglich war. Die nach wie vor in großer Zahl und mit großem Engagement tätigen Ehrenamtlichen, so Jürgensen, hätten die Reisenden schnell und gut versorgt. „Wahnsinn, was hier abgeht!“

Während in Südost-Europa geschlossene Grenzen für chaotische Zustände sorgen, sind die Wege nach Norden im Moment kein Problem. Die dänische Staatsbahn setzt teilweise auch Busse für den Transport der Flüchtenden ein. Das Gros der Menschen strebt immer noch nach Schweden – eine kleine Gruppe von Flüchtlingen, die Freitagabend jedoch in Flensburg registriert werden wollte, sorgte nach Beobachterangaben kurzfristig für Kompetenzwirrwarr. Nach verschiedenen Telefonaten wegen der Zuständigkeit sorgten Bundespolizei und Ehrenamt für eine Rückfahrt nach Neumünster zur Erstregistrierung. Weiter verbessert wurden unterdessen die Strukturen, in denen am Bahnhof geholfen wird. Helfer der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes montierten zusätzliche Regale, die unter anderem aus den geschlossenen Bunkeranlagen unter dem Rathaus herangeschafft wurden. Jetzt ist es möglich, bisher in Pappkartons auf dem Boden lagernde Hilfsgüter geordnet wegzustauen.

Mit-Koordinatorin Simone Lange verweist darauf, dass zwar nach wie vor Sachspenden benötigt werden, bittet aber unbedingt um vorherige Kontaktaufnahme über das Koordinationstelefon 0151-72422562 bzw. das Sachmitteltelefon 0152-26889269. Eine ständig aktualisierte Liste benötigter Artikel ist einsehbar bei Facebook unter „Refugees Welcome Flensburg“. Seit zwei Tagen können Flüchtlingskinder während des Aufenthaltes am Bahnhof in einem extra angelegten Kinderspielpoint aufgenommen und betreut werden – ein Angebot, das bei den jüngsten Reisenden für leuchtende Augen sorgt. Ganz oben auf der Wunschliste der Ehrenamtler steht nach anderthalb Wochen Non-Stop-Dienst der Wunsch nach Entlastung. Lange hofft, dass DB-Sicherheitskräfte nachts die Betreuung übernehmen – Gespräche mit der Bahn sind im Gange.

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