Infrastruktur : Bahnhof Weiche auf dem Abstellgleis

Trauriges Entree: Zum Bahnsteig geht es hier entlang.
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Trauriges Entree: Zum Bahnsteig geht es hier entlang.

Bei aller Freude über die Bahn-Anbindung des Stadtteils Weiche überwiegt der Ärger über den Zustand des Bahnhofs und der Unterführung.

shz.de von
12. August 2009, 11:25 Uhr

Flensburg | Es ist ein Dauerbrenner in Flensburg-Weiche. Und immer wieder kocht Wut hoch. "Diese Unterführung und der Haltepunkt sind grauenhaft und fürchterlich", schimpft etwa Konrad Bürger von der Aktionsgemeinschaft "Gesunder Stadtteil Weiche". Sein Urteil ist ungeschminkt: "Der Weg durch die Tunnel ist ein echter Horrortrip."

Schon das Hinweisschild an der Ecke der Problem-Unterführung am Ochsenweg, an der auch Mülltonnen ihr Dasein fristen, verheißt nichts Gutes. Im Schaukasten für die Fahrpläne setzt sich der schlechte Eindruck fort: Die ausgehängten Informationen wellen sich bereits, teilweise haben sie sich auch schon verselbstständigt - ein Informationsplakat steht Kopf. Der Weg durch die Tunnel zum Bahnsteig, in denen ohnehin nur die Hälfte der Beleuchtung funktioniert, scheint die düsteren Vermutungen zu bestätigen. So wie es aussieht, wurde hier schon länger nichts mehr gereinigt oder gar gewartet.

"Alle Bahnhöfe und Haltepunkte der Deutschen Bahn werden regelmäßig gesäubert und durch Sta tionsver antwort liche auf Reinlichkeit und Gesamtzustand hin überprüft", versichert Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst. Unlängst erst sei der Haltepunkt in Weiche überprüft worden. Dabei wurden zwar die fehlenden Fenster in den Warteunterständen notiert, von der defekten Beleuchtung stand jedoch nichts im Protokoll. Und der Termin der letzten Reinigung kann nur vage geschätzt werden.
Optische Aufwertung unzureichend
Manfred Werner, Ur-Weicher, beobachtet schon seit Jahrzehnten die vergeblichen Bemühungen, den Tunnel ("wahnsinnig hässlich und dazu gefährlich") zu sanieren und darüber hinaus eine verkehrstechnisch sichere Lösung zu etablieren. "Eine optische Aufwertung reicht nicht aus", sagt er. Die schmalen Bürgersteige, auf denen Fußgänger und Fahrradfahrer aufeinander treffen, Lastwagenfahrer, die das Nadelöhr als Abkürzung nutzen und sich lösende Steinbrocken stellen seiner Meinung nach einen unhaltbaren Zustand dar.

Immerhin ist etwa die Hälfte der Unterführung inzwischen mit Holzplatten verkleidet worden. Eine Notlösung. "Besser als nichts", findet Werner. "Doch bekanntlich kann so etwas schnell zur Dauerlösung werden."

Am 25. August beginnt die Bahn mit der längst überfälligen Sanierung des Flensburger Bahnhofs. Vielleicht sollten die Bahn-Verantworlichen diesen Termin mit einem kleinen Abstecher nach Weiche verbinden…

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