Neue Struktur für den Twedter Plack : Bahn frei für Radler an der Fördestraße

Unübersichtlich: Am Twedter Plack möchte die Stadt aufräumen und den Verkehr neu sortieren. Foto: Staudt
Unübersichtlich: Am Twedter Plack möchte die Stadt aufräumen und den Verkehr neu sortieren. Foto: Staudt

Verkehrsgutachten für den Bereich am Twedter Plack empfiehlt abgetrennten Streifen auf der Fahrbahn / Bedenkenträger wurden überstimmt

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14. Dezember 2012, 06:49 Uhr

Flensburg | Schon heute "heizen" angstfreie Radfahrer die Fördestraße auf der rechten Fahrbahnseite mit bis zu 40 Kilometer pro Stunde hinunter bis zur Kelmstraße - verbotenerweise. Denn auf der linken Seite befindet sich ein Radweg, der in beiden Richtungen zu befahren ist, obwohl er viel zu schmal ist. Doch damit könnte bald Schluss sein: Die Stadt will den Verkehr an der Fördestraße und am Twedter Plack neu ordnen. Dazu gehört auch ein Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fördestraße, der auf der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses zu einer engagierten Debatte führte.

Der Hamburger Verkehrsgutachter SBI empfiehlt, am Plack einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich anzulegen. Damit verbunden wären neue Querungsmöglichkeiten, die Verlegung von Parkflächen und Recycling-Containern, abgesenkte Bordsteine und Tempo 20. Diese Vorschläge wurden im Ausschuss kommentarlos hingenommen. Ebenso die Idee, an der Einmündung der Solitüder Straße in die Förderstraße die Fußgängerampel weiter Richtung Plack zu verlegen und den vorhandenen Trampelpfad am Ende der Solitüder Straße zu einem regulären Weg zu machen.

Hier sollte dann auch, so das Gutachten, der Radweg stadteinwärts beginnen - anfangs als separat geführter Radweg, später als Schutzstreifen auf der Straße. Das ist ein 1,50 Meter breiter, durch eine deutlich erkennbare, gestrichelte Linie abgetrennter Fahrbahnstreifen. Den dürfen motorisierte Fahrzeuge benutzen, wenn es im Begegnungsverkehr Bus-Bus oder Bus-Lkw eng wird. Vor allem an diesem Vorschlag schieden sich im Ausschuss die Geister.

Während der Gutachter betonte, dass diese Lösung unproblematisch sei, weil Autofahrer sich automatisch an die neue Situation anpassen und den Schutzstreifen akzeptieren, warnten Harro Teichmann (WiF) und Andreas Zill aus dem Behindertenbeirat vor dieser Variante. Teichmann wies auf die Gefahr durch plötzlich geöffnete Fahrertüren der rechts parkenden Autos hin. Auch für Edgar Möller (SSW) ist dies nur "die zweitbeste Lösung", weil der den Autos und Bussen verbleibende Streifen auf dieser wichtigen Zufahrtstraße zur Innenstadt zu schmal sei.

Doch die Befürworter waren in der Mehrheit. Planungschef Peter Schroeders widersprach Möller: "Die Straße ist nicht zu eng." Axel Kordt (SPD): "Wir müssen etwas für den Radverkehr tun!" Es sei eine Sache der Übung, auf dem Schutzstreifen mit dem Verkehr Richtung Innenstadt zu fahren. Das Konzept sei "völlig okay", befand auch Jörg Pepmeyer (Akopol). Es sei "zwingend notwenig, dass Radfahrer hier auf der Straße fahren dürfen". Ab Kelmstraße wird der Radweg ohnehin separat neben dem Fußweg geführt.

Der heute etwas chaotisch wirkende Einmündungsbereich der Kelmstraße soll nach den Vorstellungen des Gutachters zurückgebaut und neu geordnet werden. Gewonnene Flächen kommen dann Fußgängern und Radfahrern zu Gute; womöglich bleibe noch etwas Platz für parkende Autos.

Anlass für die Stadt, am nordöstlichen Stadtrand aktiv zu werden, sind nicht zuletzt zahlreiche Bauvorhaben in diesem Bereich. Der neue Sky-Markt mit Ein- und Ausfahrt zur Fördestraße ist fertig. Ein völlige Neugestaltung des Edeka/Aldi-Komplexes ist in Planung. Südlich der Fördestraße entsteht am Ende des Kiefernwegs das neue Wohngebiet "Alte Gärtnerei". Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag bezieht im Frühjahr sein neues Verlagsgebäude an der Fördestraße neben dem Kraftfahrtbundesamt.

Bei zwei Enthaltungen beschloss der Planungsausschuss das Konzept im Grundsatz und beauftragte die Verwaltung, einen Stufen- und Finanzierungsplan für die Umsetzung auszuarbeiten.

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