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Masterplan : Bahn frei für die neuen Klimaschutz-Manager

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach Zustimmung des Rates zum Masterplan soll ein Projektteam erste Maßnahmen realisieren

Martin Beer ist kein Einzelkämpfer mehr. Der Klimaschutz-Manager der Stadt Flensburg hat kompetente Mitstreiter gefunden. Die sind auch dringend vonnöten. Denn nachdem die Ratsversammlung mit nur einer Enthaltung den „Masterplan 100 % Klimaschutz“ durchgewunken hat, soll ab sofort mit Volldampf an der Umsetzung der ehrgeizigen Pläne gearbeitet werden: Reduzierung der Emissionen bis 2020 um 30 Prozent, CO2-Neutralität bis 2050.

Das Team wird nun komplettiert von Till Fuder (27) und Eyke-Alexander Bittner (28); Simone Mohrhof-Arp, die in der Verwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zuständig ist, soll das Projekt koordinieren. Das Quartett arbeitet bereits seit September zusammen, jetzt gibt es die Rückendeckung durch das offizielle Mandat. „Wir werden nicht jede einzelne Schule dämmen und das Klärwerk energetisch fit machen können“, stellt Martin Beer (29) klar. Vielmehr gehe es darum, den Klimaschutz-Gedanken in den Köpfen der Menschen zu verankern und die Maßnahmen des 2008 gegründeten Klimapakts zu unterstützen und fachlich zu begleiten.

Was heißt das konkret? Das Team will in Kooperation mit den Wirtschaftsjunioren und der Flensburger Universität den Aufbau eines regionalen Klimaschutz-Siegels für kleine und mittlere Unternehmen forcieren. Deren Mitarbeitern sollen Wege aufgezeigt werden, wie sie auch ohne Auto zur Arbeit kommen. „Es geht um weniger Verkehr in der Stadt und mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger“, sagt Eyke Bittner. Zum Masterplan Mobilität gehört auch die Etablierung eines „Car-Sharing“, es gebe derzeit gute Chancen, einen Anbieter nach Flensburg zu holen.

Große Industrieunternehmen signalisierten bereits großes Entgegenkommen, berichtet Beer. Sieben Firmen – von der Werft, Krones, Mitsubishi bis hin zur Brauerei –, die für etwa 80 Prozent des Energieverbrauchs in der Stadt verantwortlich zeichnen, sind bereits in den Klimapakt integriert. Workshops und Netzwerktreffen sollen hier für weitern Zulauf sorgen.

Ein Versuch mit Modellcharakter: 24 Familien werden ab Beginn der Heizperiode ein Jahr lang begleitet, sie sollen angeleitet werden, wie sie Strom und Heizenergie sparen können, ohne dabei viel investieren zu müssen. Korrespondierend damit wird die Aktion „Stromsparcheck“ für Transfergeldempfänger initiiert. In Zusammenarbeit mit SBV und FAB werden darüber hinaus Energiesparkonzepte für Mieter vermittelt. Auch der Ansatz der energetischen Quartierssanierung soll weiterentwickelt werden. All das sind nur einige Punkte eines umfassenden Maßnahmenkatalogs, deren Fortschritte jährlich dokumentiert werden.

Die Frage nach der Finanzierung ist in diesem Kontext unvermeidlich. Die Antwort: Die Stadt erhält über vier Jahre eine Förderung von 511 000 Euro, 32 000 Euro steuert sie selbst jährlich bei. 2016 ist Schluss, dann werden die Karten neu gemischt. Doch Martin Beer strahlt Zuversicht aus. „Wir möchten ein Vorbild sein für andere Städte – weltweit.“

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 06.Feb.2014 | 09:16 Uhr

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