Jardelund : Baggereinsatz für Moorfrosch, Knoblauchkröte und Co.

Die Knoblauchkröte benötigt Wasserflächen für ihren Laich und sandige Böden zum Jagen.
Die Knoblauchkröte benötigt Wasserflächen für ihren Laich und sandige Böden zum Jagen.

Im Naturschutzgebiet Jardelunder Moor legt die Stiftung Naturschutz zurzeit neue Lebensräume für die europaweit geschützten Knoblauchkröten und Moorfrösche an.

Avatar_shz von
13. Dezember 2017, 14:55 Uhr

Im Stiftungsland Jardelunder Moor entstehen neue Lebensräume für Knoblauchkröte und Co. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist zurzeit mit zwei Baggern im Naturschutzgebiet „Fröslev-Jardelunder Moor“ an der dänischen Grenze unterwegs. Ihr Ziel: Dort neue Lebensräume für die europaweit geschützten Knoblauchkröten und Moorfrösche zu schaffen.

Im Rahmen des von der EU kofinanzierten Projektes „Frosch und Freunde“ entstehen auf den Flächen entlang der Landesstraße 192 in den nächsten Wochen fünf neue Amphibiengewässer mit angrenzenden Sommerlebensräumen. Die Gewässer benötigt die Knoblauchkröte ebenso wie alle anderen Amphibienarten für das Laichgeschäft und die Aufzucht des Nachwuchses. In dem anfallenden, sandigen Aushub werden die Uferränder so moduliert, dass sich die nachtaktive Knoblauchkröte eingraben kann und mit ihren flinken Beinen Laufkäfer, Spinnen oder Schmetterlingslarven jagen kann.

Von den zusätzlichen Wasserflächen bei Jardelund sollen auch die Moorfrösche profitieren. Zu den Gewinnern wird aber auch die Große Moosjungfer gehören. Diese Libellenart ist europaweit geschützt und in Schleswig-Holstein extrem selten.

Im kommenden Sommer will die Stiftung Naturschutz in den neuen Teichen nachgezüchtete Mini-Knoblauchkröten aussetzen. Den Laich für die handaufgezogenen Kröten sammeln die Amphibienexperten in Teichen, die die Stiftung vor zehn Jahren im nordwestlichen Teil des Stiftungslandes angelegt hat. Dort hat sich seitdem eine stabile Knoblauchkröten-Population etabliert. Sie wird dafür sorgen, dass sich die seltene Art in diesem Gebiet noch weiter ausbreitet.

Das Projekt „Frosch und Freunde“ wird gefördert von der EU-Kommission aus Mitteln des Programms „Life + Nature and Biodiversity“. In acht Natura 2000 Gebieten in Schleswig-Holstein sollen bis 2020 gefährdete Amphibien- und Wasserinsektenarten sowie darüber hinaus auch die Zauneidechse unterstützt oder deren Wiederansiedlung gefördert werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen