zur Navigation springen

Bagger-Einsatz für den Goldenen Scheckenfalter

vom

Die Kuhlenkoppel auf der Geltinger Birk soll Heimat für seltenen Schmetterling werden

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

NIEBY | Mühsam bewegt sich ein großer Bagger von der Mühle "Charlotte" kommend querbeet durch die Niederungen der Geltinger Birk. Nach etlichen Kilometern macht er Halt auf der so genannten Kuhlenkoppel, einem rund 50 Hektar großen "grünen Bereich", der bis Ende der 1990er Jahre noch als Weidefläche und teilweise sogar als Ackerland genutzt worden war. Um das Oberflächenwasser abzuleiten, wurde einst aus landwirtschaftlichen Gründen ein System von Entwässerungsgräben angelegt. Doch genau die sind jetzt unerwünscht.

"Wir wollen dieses Gebiet wieder der Natur zurückgeben und mit Hilfe des Programms "Life-Aurinia" hier dem Goldenen Scheckenfalter einen neuen Lebensraum geben", erläutert Projektmanager Hauke Drews von der schleswig-holsteinischen Stiftung Naturschutz.

Wenn im Herbst dieses Jahres alle Abflüsse in Richtung Ostsee zugeschüttet sind und die ursprüngliche Geländeform wieder hergestellt ist, sollen Wiesenpflanzen gesetzt beziehungsweise deren Samen ausgesät werden. Denn der Scheckenfalter benötigt als Nahrungsquelle bestimmte Pflanzen, die auf kalkigem Magerrasen und nährstoffarmen Feuchtgrünland gedeihen. Geschaffen werden hauptsächlich Zonen mit reichlichem Vorkommen der lila-blauen blühenden Spezies Teufelsabbiss, die sich durch ein reiches Nektarangebot auszeichnet. Der Scheckenfalter ist hierzulande seit zwei Jahrzehnten ausgestorbenen.

Bereits im vergangenen Jahr wurden im Norden der Geltinger Birk 2000 Exemplare des Teufelsabbiss gepflanzt (wir berichteten). Auf der Kuhlenkoppel wird laut Hauke Drews in den nächsten Wochen die Wiedereinbürgerung dieser und anderer seltenen Wiesenpflanzen optimiert. Sobald sie im nächsten Jahr ihre Blütenpracht entfalten, werden Raupen des Scheckenfalters ausgesetzt. Auch Wildbienen und Käfer profitierten von diesem "gedeckten Tisch". Diese biologische Unterstützung durch Menschenhand haben sie alle nötig. "Denn die intensive Landnutzung hat sie überall zurückgedrängt", erklärt Nils Kobarg, Leiter der Integrierten Station Geltinger Birk in Falshöft.

Der finanzielle Aufwand für die Vorbereitung der Rückkehr des Goldenen Falters beträgt rund 10 000 Euro. Die Hälfte des Geldes stammt aus dem EU-Förderprogramm "Life Plus", den Rest steuern die Stiftung Naturschutz und das Kieler Umweltministerium bei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen