zur Navigation springen

Hochwasser : „Badewanneneffekt“ sorgt am Wochenende für Sturmflut an der Ostsee

vom

Nach den schweren Sturmfluten an der Nordseeküste müssen sich die Menschen an den Ostseeküsten Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns auf eine Sturmflut einstellen.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 14:41 Uhr

Flensburg | Ursache ist der sogenannte Badewanneneffekt. Bei Sturm aus Westen oder Nordwesten wird das Wasser der Ostsee von den Küsten weggedrückt. Lässt der Wind nach, schwappt das Wasser wieder zurück. „Doch dieser Schwingungseffekt wird oft überschätzt“, sagte der Leiter des Vorhersagedienstes des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Stephan Dick, am Freitag. Die direkte Windeinwirkung habe meist den größeren Anteil an einer Ostsee-Sturmflut, sagte er.

„Auf der Vorderseite eines Sturmtiefs kommt der Wind aus West und Nordwest. Wenn der Kern des Tiefs weiter nach Süden zieht, dreht an der Rückseite der Sturm auf Nordost. Dadurch werden die Wassermassen der Ostsee an die Küsten gedrückt“, sagte Dick. Für die Kieler Bucht, die Lübecker Bucht und die Ostseeküste westlich und östlich der Insel Rügen erwartet er in der Nacht zum Samstag Wasserstände zwischen einem und 1,25 Metern über dem mittleren Hochwasser. Bei diesem Wasserstand sprechen Experten für die Ostsee von einer Sturmflut.

Wasserstände zwischen 1,25 Metern und 1,50 Metern gelten als mittlere Sturmflut, ab 1,50 Metern spricht man von einer schweren und bei mehr als zwei Metern von einer sehr schweren Sturmflut.

Wie viel Zeit zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wasserstand der Ostsee liegt, hängt von der Geschwindigkeit des Tiefdruckgebietes ab. „Im aktuellen Fall liegen rund 30 Stunden dazwischen, da sich das Orkantief „Xaver“ nur langsam bewegt“, sagte Dick. „Diese Situation der Sturmflut nach der Sturmflut ist typisch für die Ostseeküsten im Winter“, sagte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen