Häuserabriss auf der Exe : Auto unter Gerüst: Fahrer überlebt

Da liegt es: Das komplette Gerüst fiel auf die Straße und blockierte den Verkehr für mehrere Stunden.
Da liegt es: Das komplette Gerüst fiel auf die Straße und blockierte den Verkehr für mehrere Stunden.

Glück im Unglück: Keine Passanten oder Radfahrer waren zum Zeitpunkt des Unfalls an der Baustelle. Die Abbruchfirma hüllt sich in Schweigen.

shz.de von
11. Mai 2015, 19:03 Uhr

Flensburg | Diesen Morgen wird Sandra Pioch so schnell nicht vergessen. Die 33-Jährige wohnt im Haus Zur Exe 6, das direkt an die Häuser des Selbsthilfe-Bauvereins grenzt, die nach einem Großbrand derzeit abgerissen werden. Gegen 9.20 Uhr hielt sie sich in ihrem Wohnzimmer auf, das eine Außenwand zur Baustelle hat. „Plötzlich wurde es höllisch laut und das Wohnzimmer wackelte“, berichtet Sandra Pioch, „ich hatte das Gefühl, dass meine Wand mit einstürzt. Ich habe fluchtartig mein Wohnzimmer verlassen und bin in den Flur gerannt.“

Als der Lärm vorbei war, schaute sie aus dem Fenster und sah das Malheur: Das gesamte Baugerüst des Abbruchhauses war auf die Straße Zur Exe (B 199) gekracht, bis zum Radweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Das Gerüst war auf ein Auto gestürzt, das an der Ampel auf Grün wartete. Der Fahrer hatte Glück: Er wurde nur leicht verletzt, vorsorglich aber doch mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Die Vollsperrung der viel befahrenen Straße ergab sich von selbst: Hier konnte kein Auto mehr fahren. Dass bei dem Unfall nicht mehr passiert ist, war ein großer Glücksfall. Auf dem Gehweg direkt am Haus, der bergauf auch für Radfahrer befahrbar ist, sind normalerweise viele Fußgänger, u.a. Schüler des Berufsschulzentrums, unterwegs.

Über die Ursache des ungewöhnlichen Unfalls gab es gestern Nachmittag noch keine genauen Erkenntnisse. „Die Kriminalpolizei hat Spuren gesichert und die Ermittlungen aufgenommen. Ein Gutachter unterstützte die Ursachenanalyse“, teilte die Polizei gestern mit. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hat „das gesondert gesicherte Baugerüst (ca. 10 mal 15 Meter) infolge herabstürzender Mauerteile an Stabilität verloren und ist auf die Fahrbahn gekippt.“

„Von uns war zum Zeitpunkt des Unfalls niemand vor Ort“, sagte Dietmar Galley, Geschäftsführer der Harrisleer Firma Diga, die das Gerüst aufgebaut hatte. Nach seinen Informationen sei das Gerüst durch Abbrucharbeiten an der Wand, an der es fixiert war, ins Wanken und Fallen geraten. „Eigentlich sollte an diesem Tag ein Teil des Gerüstes abgebaut werden“, so Galley. Diese Arbeit kann sich die Firma jetzt sparen.

Für die Abbrucharbeiten des Häuserkomplexes an der Ecke Schützenkuhle / Zur Exe ist die Firma Balzersen aus Harrislee zuständig. Die war gestern aber dermaßen stark mit den Aufräumarbeiten beschäftigt, dass niemand eine Auskunft zum Hergang des Unfalls geben konnte. Die Straße war noch bis in den Nachmittag hinein gesperrt, die Umleitungen sorgten für Staus und Wartezeiten in der Innenstadt.

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