Wohnungsmarkt : Ausverkauf in Mürwik?

Wohnungen am Ochsenweg: Die Neue Lübecker sucht Investoren für ihren Flensburger Bestand. Foto: Dommasch
Wohnungen am Ochsenweg: Die Neue Lübecker sucht Investoren für ihren Flensburger Bestand. Foto: Dommasch

Die Mieter sind in Sorge: Werden ihre Wohnungen vom Vermieter, der Neuen Lübecker, verkauft, gar an eine "Heuschrecke"? Die Lübecker dazu: Noch sei nichts entschieden.

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12. August 2009, 11:17 Uhr

Flensburg | Die Finanzkrise hat auch ihre guten Seiten: Sie steht bislang einem Verkauf des Wohnungsbestandes der Neuen Lübecker im Wege; potenzielle Investoren - vor allem solche aus Dänemark - hätten derzeit schlicht nicht das Geld für große Investitionen, sagte Thomas Köchig, Vorstandschef der Neuen Lübecker, gegenüber dem Tageblatt. An dem Gerücht, dass bereits alles verkauft sei in Flensburg, sei nichts dran, so Köchig.

Er machte allerdings keinen Hehl aus der Strategie des Unternehmens, in alle Richtungen zu verhandeln. Und dazu gehöre auch der Verkauf des Bestandes von rund 700 Flensburger Wohnungen; zum Gesamtpaket von 1100 Wohnungen kommen noch Bestände in Glücksburg, Husum und Harrislee. "Hätten wir keine Finanzkrise, wären die Wohnungen schon weg", vermutet Köchig. Man rede über eine Summe von rund 30 Millionen Euro.

Eines stellte er jedoch klar: "An Heuschrecken verkaufen wir nicht." Damit möchte der Vorstandschef den Mietern die Sorge nehmen, dass nach einem Verkauf der Wohnungen unsichere Zeiten anbrechen könnten oder müssten.
Bedingung: Lösung für das Hochhaus
Köchigs Bereitschaft, den Standort Flensburg ganz aufzugeben, hängt mit dem Planungsstau in Mürwik zusammen. Immer noch gibt es keine Lösung für das Hochhaus an der Ecke Schottweg / Wasserlooser Weg und damit auch keinen Fortschritt am Breedlandweg, wo das Unternehmen Millioneninvestitionen für ein Stadtteilzentrum in Aussicht gestellt hat. Voraussetzung: eine Lösung für das Hochhaus. Völlig inakzeptabel findet der Lübecker das Kaufangebot der Stadt auf Basis eines Gutachtens.

"Beim Kaufpreis haben wir die Kosten für den Abbruch des Hauses abgezogen", sagt Flensburgs Planungschef Frank Rolfes. Aus Sicht der Stadt ist gesundheitsverträgliches Wohnen in dem 13-stöckigen Gebäude auf Grund der Verkehrsbelastung nicht mehr möglich. "Wir sind der Auffassung, dass die Kiste weg muss", bekräftigte Rolfes, der heute einen Termin mit Köchig hat und hofft, dass wieder Bewegung in den Mürwiker Planungsstau kommt.

Eine Wiederbelebung des seit über zwei Jahren leer stehenden Hauses, die von den Lübeckern ins Gespräch gebracht wurde, hält Rolfes für fraglich. Das gehe nur über einen neuen Bauantrag, weil die alte Nutzungsgenehmigung ausgelaufen sei. "Das sind hohe Hürden", warnt der Planungschef, während Köchig andeutet, dass es sogar Flensburger Interessenten gibt, die Wohnungen in den 13 Etagen wieder an die Mieter bringen wollen.

Seine Ideen für das Stadtteilzentrum am Breedlandweg seien ohne Absprache von der Stadt zusammen gestrichen worden; deshalb gelte auch hier derzeit die Devise "Still ruht der See".

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