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Schiffbau in Flensburg : Australier wollen zweite Umweltfähre

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jüngstes RoRo-Schiff setzt neue Umweltstandards in Australien - Reederei SeaRoad möchte möglichst bald Schwesterschiff bestellen

Flensburg | 29 Tage dauerte die Reise der jüngsten fertig gestellten Roll-on-Roll-off-Fähre der Flensburger Werft. Nachdem die 185 Meter lange „Searoad Mersey II“ erst in Las Palmas und dann noch einmal in Kapstadt betankt worden war, durchquerte sie den südlichen Indischen Ozean und erreichte mit Fremantle erstmals den australischen Kontinent. Mittlerweile ist das Schiff auf der Route zwischen Melbourne und dem Hafen Devonport auf der Insel Tasmanien täglich im Einsatz – zur Begeisterung australischer Schifffahrt-Experten und offenbar auch der Reederei.

Denn die möchte möglichst bald ein Schwesterschiff bestellen – „sobald es die Marktbedingungen und die Kapazitäten der Werft ermöglichen“, heißt es in einem Artikel von Dale Crisp im Fachblatt Lloyd’s List Australia. Sein Kollege von der World Ship Society schwärmt vom technologisch fortschrittlichsten Schiff, das je in australischen Gewässern unterwegs sein und beschreibt detailliert die zukunftsweisende Antriebstechnologie mit Flüssiggas statt Diesel. Der kann auch zwar getankt werden – die Überführung von Flensburg fand mit Diesel statt –, doch im regulären Betrieb in der Bass Strait werde das Schiff ausschließlich mit LNG (Liquid Natrual Gas) laufen. Der Treibstoff wird in Containern auf das Schiff gefahren, die dort an das Treibstoff-System angeschlossen werden. Nur ein Prozent aller Operationen werde mit Diesel-Antrieb ausgeführt. Der CO2-Ausstoß werde dadurch um 30 Prozent reduziert, Stickoxyde sogar um 95 Prozent, ebenso Feinstaub-Partikel. Damit würden die strengeren Umwelt-Richtlinien aus Nord-Amerika und Europa eingehalten, die wohl auch bald in Australien eingeführt werden.

In Flensburg sieht man die begeisterte Aufnahme des FSG-Neubaus „down under“ mit Genugtuung. „Es freut uns, das zu hören“, sagte FSG-Manager Henrique Pestana, als er von den Lobreden und dem Interesse der Reedrei an einer weiteren Fähre hörte. „Wir sind in Verhandlungen darüber, doch die sind noch nicht beendet“, sagte er auf Anfrage gegenüber dem Tageblatt. Kurzfristig ist die Werft ausgelastet mit fünf festen Bestellungen und einem weiteren Schiff, über dessen Neubau die Werft mit der Reederei Brittany Ferries einen „Letter of Intent“ unterzeichnet hat, der möglichst bald in einen festen Vertrag münden soll (wir berichteten).

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erstellt am 02.Feb.2017 | 05:48 Uhr

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