Ausstellung 150 Jahre Katholische Kirche St. Marien

Avatar_shz von
25. Juli 2014, 11:22 Uhr

Am Montag, 28. Juli, eröffnet die katholische Kirchengemeinde St. Marien am Nordergraben 36 im Gemeindehaus eine Ausstellung anlässlich des 150-jährigen Wiederaufbaus ihrer Gemeinde. Im September 1864 rief der Feldgeistliche Rudolf Rave, unter anderem mit österreichischen Soldaten, ein bis dahin verbotenes katholisches Gemeindeleben erneut ins Leben. Die Ausstellung ist im Pfarrbüro zu sehen: Montag bis Donnerstag, 9 bis 12 Uhr; Mittwoch, Donnerstag, 14 bis 16 Uhr. Anfragen: 0461-1440910.

Das Auftreten von Martin Luther beeindruckte den damals 18-jährigen Prinz Christian (12. August 1503) sehr. Der spätere dänische König Christian III. hatte im April 1521 beim Reichstag zu Worms erlebt, wie Martin Luther an seinen reformatorischen Gedanken vor Kaiser Karl V. und den Reichsständen festgehalten hatte. Christian wurde der eigentliche Reformator für Schleswig-Holstein und Dänemark. Während seiner Regentschaft (1534-1559) waren jeglicher Katholizismus (auch in Flensburg) verboten. Es wurden die Klöster aufgehoben und Bischöfe kurzerhand abgesetzt. Seit 1542 galt in Schleswig-Holstein die neue, lutherische Kirchenordnung. In Flensburg waren davon die Kirchen St. Marien, St. Nikolai, St. Johannis, die Heilig-Geist-Kirche sowie das Franziskanerkloster betroffen.


Religionsfreiheit


Das änderte sich erst 1864, als nach dem Sieg Preußens und Österreichs über Dänemark (18. April, Düppeler Schanzen) und der Annektion Schleswig-Holsteins den Katholiken in Schleswig endgültig Religionsfreiheit gewährt wurde, verordnet am 23. April. Am 18. September 1864 begann der Aufbau der katholischen Kirchengemeinde. Den 90 Mitgliedern stand Rudolf Rave in der Missions-Pfarre Flensburg vor. Während des Krieges hatten die Armenschwestern vom Heiligen Franziskus aus Aachen die Verwundeten gepflegt. Daraus entstand 1865 das erste Franziskaner-Krankenhaus der Stadt. Die Katholische Gemeinde wuchs aufgrund wirtschaftlicher Entwicklung und wachsender Marine. Zwei Jahre sammelte man Geld für eine Pfarrkirche, bevor 1899 der Grundstein gelegt wurde. Die Einweihung von „Maria zu den sieben Schmerzen“ war am 18. Januar 1900. Während des Zweiten Weltkriegs wuchs die Gemeinde von 2600 Mitgliedern auf 30 000 an (2012: 9500).


Ökumenisches Miteinander


Zum Bereich der Pfarrkirche gehören heute St. Ansgar (Mürwik), St. Anna (Harrislee), St. Martin (Tarp) und St. Laurentius (Glücksburg). St. Michael in Weiche wurde 2005 geschlossen. Der Abzug von insgesamt 5000 Soldaten lichtete die Mitgliederreihen erheblich. Waren die Katholiken früher in Flensburg auf den Widerstand evangelischer Amtsträger gestoßen, ist es seit 25 Jahren ein ökumenisches Miteinander.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen