Stadtteil Hochfeld ohne Internet : Außenwelt, wo bist Du?

Hier bringt das Kabel keine Verbindung zum Internet: Romina Held (25) und Nachbar Dennis Voss (28) im Wohngebiet Hochfeld. Foto: Staudt
Hier bringt das Kabel keine Verbindung zum Internet: Romina Held (25) und Nachbar Dennis Voss (28) im Wohngebiet Hochfeld. Foto: Staudt

shz.de von
11. Januar 2011, 06:34 Uhr

flensburg | Was gehört heutzutage alles zur Grundversorgung? Neben Strom und Wasser sicherlich auch Telefon und Internet. Sollte man meinen. Im neuen Wohngebiet Hochfeld im Südosten Flensburgs ist das allerdings nicht selbstverständlich. Acht neu entstandene Häuser haben solche Zugänge nicht.

Helge Behrens und seine Lebensgefährtin Romina Held haben im Oktober vergangenen Jahres ihr neu gebautes Haus bezogen. Ihnen wurde gesagt, es sei der Telekom zur Zeit nicht möglich, die Anschlüsse bereitzustellen, erzählt Behrens. In einem Schreiben informierte sie die Telekom, dass mit den Anschlüssen frühestens im Oktober 2011 gerechnet werden könne. Ein Schock. Auf telefonische Nachfrage hin deklarierte der Kommunikationsriese diese Datumsangabe als Druckfehler und verwies auf Oktober 2010. Wieder geschah nichts.

Befreundete Nachbarn, die bereits Anfang des Jahres in ihren Neubau eingezogen sind, hatten noch Glück - für sie standen Anschlüsse zur Verfügung. "Zu der Zeit war der Telekom bereits bekannt, dass das Budget für dieses Jahr aufgebraucht ist und keine weiteren Anschlüsse eingerichtet werden können", also lange vor ihrem Einzug, erzählt Behrens.

Am 11. November bekam das Paar dann eine Auftragsbestätigung - für den Telefonanschluss. Dieser funktioniert auch, bringt den beiden aber nicht viel. Sie haben beide eine Telefonflatrate für ihr Handy, wollten den Telefonanschluss also nur in Verbindung mit dem Internet nutzen. Nun bezahlt das Paar zwar nur den Telefonanschluss. Dieser kostet aber mit knapp 40 Euro pro Monat nur einen Euro weniger, als Telefon und Internet als Paket. Das Internet aber lässt weiter auf sich warten.

Auf Tageblatt-Anfrage bestätigte die Telekom, dass in Hochfeld nicht überall ein Internetanschluss bestehe, als Ausgleich aber Zugang über UMTS-Sticks gegeben sei. Das bestätigt auch Behrens, diese Lösung sei aber mit einem festen Internetanschluss nicht zu vergleichen. Die Verbindung sei langsam, breche häufig zusammen und die "Drei-Gigabyte-Traffic-Begrenzung" sei schnell aufgebraucht: "Es reicht, um kurz die E-Mails abzurufen, von zu Hause arbeiten kann man so nicht."

Um möglichst bald auch eine feste Verbindung zum Internet gewährleisten zu können, sei inzwischen eine Glasfaserleitung verlegt worden, erklärt Lorenz Steinke, Pressesprecher der Telekom Nord: "Ab Ende Januar können wir dann auch DSL anbieten." Außerdem rät Lorenz allen, die einen Anschluss möchten, sich frühzeitig zu melden. Für die Einrichtung des Zugangs sei es zudem notwendig, seine Kontaktdaten und die Erreichbarkeit rechtzeitig mitzuteilen, damit Telekom-Techniker vor Ort arbeiten können.

Diejenigen, die bereits einen Anschluss beantragt haben, würden noch eine Auftragsbestätigung erhalten, heißt es bei der Telekom. Dies wurde auch den Betroffenen in Hochfeld zugesichert, bisher ohne Ergebnis: "Solange ich nichts Schriftliches hab, glaube ich noch nicht dran", sagt Behrens nüchtern. Mündlich wurde ihnen geraten, den Router immer mal wieder anzuschalten, und zu prüfen, ob das Lämpchen für das Internet grün leuchtet.

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